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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 7-8 (1855) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
7-8 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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100 ist eS denn? Es sin-„die Synagoge und die Schule," welche gepflegt werden müssen, wo und wie sie nur können— „derGottesdienst muß, so viel es die Umstände erlauben, fruchtbar gemacht werden durch Predigt, Lied, Gesang."*) — „Die Schule ist eine so wichtige Pflanzstätte, daß ihre Verwahrlosung bei nur einer Generation schon gar nicht wieder gut gemacht werden kann." — „Niemals, ja niemals verschwinden die Resultate der Schule im Leben ganz." — „Viele Jahre liegt oft das Saatkorn verhüllt da — endlich kommt die Stunde der Befruchtung, und ein mächtiger Stamm oder ein segensreicher Halm entsprießt ihm. Und was ohne Schule? Kannst Du das ermessen? ... Darum überall wohl organisirte Schulen, und wo diese nicht —doch wohl organisirte Religionsschulen in großem oder kleinem Maßstabe." Vor Allem aber ist es die Literatur, .wodurch dem Judenthume die Erhaltung gesichert wird. „Die Literatur des Judenthums sei die Synagoge, welche den Juden ins Haus kommt, die Predigt, welche vor jedem Augenpaar einzeln erscheint, um mit ihm ein desto eindringlicheres Zwiegespräch zu führen." Endlich werden noch „die wohlthätigen Werke, der Cultus der Liebe," zu diesen Wegen gerechnet. Das Alles klingt wunderschön und kann den Einfältigen leicht bestechen. Aber steht man der Sache näher auf den Grund, so ergiebt sich, es ist weiter nichts, als ein Schwalm von Worten, denen das Wesen fehlt. Allerdings kann durch Synagoge, oder durch Kirche und Schule, wie durch Literatur viel zur Hebung und. Belebung der Religion gethan werden, aber nur dann, wenn der Geist der Wahrheit darin waltet, wenn das Wort Gottes der Grund ist, auf den gebaut wird. Ist das nicht der Fall, so wird die Religion weder durch Predigt, Lied, Gesang, noch durch den besten Unterricht in der Schule, noch endlich durch Literatur gefördert, sondern sie wird dadurch zerstört werden. Wie wahr das ist, davon giebt uns gleich die folgende Nummer der Allgem. Zeit. d. Judenthums ein recht schlagendes Beispiel. Es wird da, Seite 297, aus *) Wenn es die Umstände aber nicht erlauben, darf er da unfruchtbar liegen bleiben?

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