Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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91 theile gegen unsere Anstalt zu entzünden, und die Opposition der Juden dagegen aufzustacheln. Daher dürfen wir hoffen, daß das gute Einverständniß, welches seit vielen Jahren zwischen den Juden und unserer Mission durch Theilnahme an ihren Leiden und durch den ihren Kranken erwiesenen Dienst bestanden hat, nicht allein fortbestehen, sondern zu einem größeren und geistlicheren Interesse heranreifen wird, wodurch ihre Herzen für die Macht der Liebe Gottes werden geöffnet, sie selbst aber zu „dem Hirten und Bischof ihrer Seele werden geführt werden." „Die reichlichen Beiträge, welche zur Unterstützung der Juden gegeben und vertheilt worden sind, haben zur Abhnlfe der gegenwärtigen Noch ausgereicht. Die armen Juden sind durch die Wohlthätigkeit der Juden und Christen ziemlich reichlich mit Brod und Kleidung versehen worden, und auch die Hausmiethe haben sie erhalten. Die Ansprüche um Hülfe haben bedeutend abgenommen. Aber obgleich der unmittelbare Druck der Noth auf eine Zeit entfernt ist, worüber wir uns freuen müssen, so bleiben doch die Ursachen derselben nicht allein in der fortdauernden Theuerung der Lebensbedürfnisse, sondern in der jüdischen Gemeinde selbst, welche zum größten Theile aus einem Haufen armer und unthätiger Leute besteht, die unfähig sind, sich selbst zu erhalten, und abhängig von den zweifelhaften Hülfsquellen, die ihnen von außerhalb zustießen. Das Uebel wird durch die Gewohnheit, frühzeitig und unvorsichtig Ehen zu schließen, und durch die Leichtigkeit, sich wieder zu scheiden, vermehrt; Gewohnheiten, welche durch die schmutzige Geldgier ihrer Rabbinen genährt werden. Dem traditionellen Gefühle, welches die Juden nach Jerusalem zieht, wie ergreifend es auch als ein Nationalzug ihres Characters sein mag, hat man ungehindert bis zu einer beklagenswerthen Ausdehnung freien Lauf gelassen, und Hunderte von den armen Nachkommen Jakobs nehmen jährlich ihren Weg nach dem heiligen Lande, wo sie nichts als Elend und der Hungertod erwartet. Aber das sind nur Theile des Ganzen, welche nothwendig als Ursache und Wirkung mit einander verbunden das unnatürliche und complicirte Lehrsystem des Rabbinismus ausmachen. Falsch in seinen Prinzipien, ist es einer Reformation unfähig. Es wird an den Früchten