Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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90 haben, ausgenommen, so viel ich weiß, bei einer Gelegenheit. Unter dieser Zahl sind einige Kranke aus angesehenen Familien nicht nur zu Jerusalem, sondern auch in den anderen heiligen Städten Hebron, Tiberias und Safet. Von den Juden in Jerusalem muß ich eines Mitglieds der karaitischen Gemeinde erwähnen, die eine besondere kleine Colonie bildet, aus ungefähr fünf Familien besteht, und die auf einer höheren Stufe der Intelligenz und gebildeter Eilten steht, als die Juden hier im Allgemeinen. Der Karaite, auf den ich mich beziehe, ist jetzt im Hospital, da er sich vor Kurzem einer seltenen Operation unterworfen hat, eigentlich dem Herausschneiden eines losen Knorpels im Kniegelenke. Die Operation ist vollkommen gelungen, und der Patient ist beinahe Reconvalescent, ohne daß sich bei ihm irgend eins von den gefährlichen Symptomen eingestellt hat, welche in solchen Fällen sich so häufig zeigen. Da die Karaiten nicht mit den andern Juden, noch die andem Juden mit den Karaiten essen, so entstand wegen der Speise für den Patienten einige Schwierigkeit, welche dadurch gehoben wurde, daß man ihm mit seiner Frau einen besonderen Wärter gestattete, um so die Speise für ihn zu bereiten. Aus Hebron haben wir mehrere Kranke, vorzüglich weiblichen Geschlechts gehabt, von denen zwei noch im Hospitale sind. Auch von Safet sind mehrere Kranke nach Jerusalem gekommen mit der bestimmten Absicht, in das Hospital zu gehen. Diesen Morgen brachte eine polnische Jüdin von dort ihre Tochter und übergab sie unserer Pflege; und ein angesehener Rabbi, ebenfalls aus Safet, hat uns seine Absicht angezeigt, nächsten Dienstag nach dem großen Versöhnungstage in das Hospital einzutreten, um sich den Staar stechen zu lassen. Dies sind Thatsachen, die, wie ich sagen darf, hinlänglich beweisen, daß der ärztliche Zweig der Mission durch das jüdische Hospital keinesweges beseitigt worden ist, und daß die Hülfe, welche unser Hospital gewährt, fortdauernd wie immer von denen hochgeschätzt wird, zu deren Wohl es errichtet worden ist. Auch dürfen wir es als einen ermuthigenden Umstand betrachten, daß es seinen Platz als eine Missionsanstalt behauptet hat, obschon es von den Patronen der Gegenanstalt als solche öffentlich in Ausdrücken denuncirt wurde, die darauf berechnet waren, die Vorur-