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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 5-6 (1855) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
5-6 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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76 Umkehr zu Gott ermahnen und alle seine Kräfte zur Erreichung dieses Zweckes aufbieten müssen. Denn Buße, Umkehr von dem bösen Wege auf den guten Weg, vom Unglauben und Aberglauben zum wahren Glauben, von der Sünde zu Gott, das ist das einzige Mittelwodurch der Mensch nicht nur aus dem Tode zum Leben hindurchdringen kann, sondern auch wodurch der leiblichen Roth allein abgeholfen werden kann, und der Segen Gottes erlangt wird. Daher werden auch alle anderen Mittel und Anstalten zur Abwendung der Noch, wie gut und vortrefflich sie auch immer sein mögen, so lange vergeblich sein, bis die Buße erfolgen wird. Fern sei es von uns, die Errichtung von Krankenhäusern, Rettungshäusern und andern wohlthätigen Anstalten auch nur im geringsten zu tadeln, oder leugnen zu wollen, daß ihre Organisirung gleichgültig sei; wir erkennen vielmehr ihre Nothwendigkeit vollkommen an, und halten es für die heiligste Pflicht jedes Menschenfteundes, solche Werke der Liebe nach Kräften zu unterstützen und für sie thätig zu sein. Aber der Verarmung eines Volks, oder dem Pauperismus kann dadurch nicht abgeholfen werden, ebenso wenig wie durch bürgerliche und staatliche Gesetze. Das vermag nur die Buße und der Glaube, die wahre Gottesfurcht. Ohne solche wahre Gottesfurcht wird es sich gar bald Herausstellen, daß je mehr man solche Anstalten gründet, desto mehr nöthig werden, und daß auch die besten Gesetze nicht ausreichen, den Wohlstand zu erhalten oder zu begründen. Wie wenig der Mensch mit seiner Weisheit und seinem Willen vermag, das können wir auch so recht klar und deutlich an den gegenwärtigen politischen Verhältnissen sehen. Daß man von allen Seiten den Frieden, und nicht den Krieg will, das wird man wohl gern zugestehen; die Anstrengungen den Frieden wieder herzustellen zwischen den Völkern, die miteinander in Krieg verwickelt sind, oder wenigstens das Weiterumsichgreifen des Krieges zu verhindern, beweisen das zur Genüge. Aber hat man denn bisher den Zweck erreicht? Mit Nichten, und wir glauben auch nicht, daß man ihn sobald erreichen wird. Mögen Fürsten und Völker den Frieden noch so sehr wünschen, sie vermögen ihn nicht zu erhalten, wenn der Krieg in dem Rathe Gottes beschlossen ist. Das aber scheint uns in der That der Fall zu

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