Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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78 die Sünde, so liegt es ja auf der Hand, daß auch der Grund der gegenwärtigen Noth, die nun schon seit Jahren andauert, kein anderer sein kann, als die Sünde, der Abfall von Gott. Oder wollte man daran zweifeln? Nur wer das wollte, dem wird der Glaube bald in die Hände kommen, sobald er nur einmal ernstlich fragt, wie es mit der Gottesfurcht unsers gegenwärtigen Geschlechts steht. Es ist nicht der lebendige, allein wahre Gott, den man fürchtet und anbetet, sondern es ist Gold und Silber, Besitz und Genuß. Kaum glaubt man noch an das Dasein Gottes, und wenn man auch noch meint an ihn zu glauben, und noch von ihm redet, so ist doch der Glaube an die Offenbarungsthatsachen aus dem Herzen verschwunden, und darum ist auch der Gott, von dem man redet und an den man zu glauben meint, nichts Weiteres, als ein Phantasiebild, ein Götze. Daß dem in der That so ist, das beweist uns zur Genüge die gänzliche Verachtung des Wortes Gottes. Israel tritt die heiligsten Gebote, wie das von dem Sabbath, mit Füßen, und die Christen lachen über die heiligsten Lebren des Neuen Testaments, über die Lehren der Gottheit Christi und der Erlösung und Rechtfertigung des Sünders durch sein bitteres Leiden und Sterben , und beide schwelgen in der Vergötterung ihrer armseligen und verblendeten Vernunft, indem sie dieselbe über Gott selbst und sein Wort zum Richter erheben. Daß es in der That so ist, wird wohl Niemand leugnen können. Darum aber kommt auch Gott, der Herr, mit seinen Züchtigungen, um dem armen Erdensohn zu zeigen, daß er dennoch Gott ist; und er wird seine züchtigende Hand nicht eher von uns abwenden, bis wir uns vor ihm beugen, seine Oberhoheit in Demuth anerkennen, ja uns als strafwürdige Sünder vor ihm bekennen und ihn als den Gerechten und Heiligen, aber auch Gnädigen und Barmherzigen im Staub und in der Asche anbeten werden. Das ist kein Phantastebild, sondern es ist Wahrheit, die in dem Worte Gottes begründet und darum unumstößlich ist. Wem daher die gegenwärtige Noth der Menschheit in der That zu Herzen geht, und derselben gern steuern, ja dieselbe gänzlich entfernt sehen möchte, der wird zunächst selbst zu Gott zurückkehren, und dann auch das arme Volk zur Buße und