Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 dahin und wird schwerlich sobald wieder zurückkehren, wenn je. Herr Levy wird wohl zugeben müssen, daß in einer Zeit, wie die unsrige, wo alles fabrikmäßig betrieben wird und völlige Geschäftsfteiheit im Lande ist, ein Professionist nur selten etwas vor sich bringen kann; die meisten sind und bleiben arm und kommen mit der Zeit wohl gar an den Bettelstab. Dagegen ernährt der Handel, selbst der Kleinhandel immer noch besser, als die Profession, und Tausende von Professionisten würden gern mit dem Kleinhändler tauschen, wenn sie nur die Mittel dazu hätten. Was den vierten und fünften Punkt betrifft, so geben wir gern zu, daß durch eine wohlgeordnete Almosenspende und Almosenverwaltung viel zur Linderung der Roth gethan werden kann, sowie auch, daß die Wohlthätigkeitsanstalten nicht nur bei den Juden, sondern auch bei den Christen sehr lückenhaft sind; allein das müssen wir entschieden leugnen, ja wir müssen es geradezu für Thorheit erklären, wenn man meint, der Verarmung oder dem Pauperismus damit Schranken setzen zu können. Man gründe Armenhäuser so viel man will, und organisire sie aufs allerbeste, ja man mache sie sogar nach dem Vorschläge des Herrn Levy zu Werkstätten, dem Nebel der Verarmung . wird damit wahrlich nicht gesteuert werden. In Werkstätten sind Leute erforderlich, die arbeiten können; aber giebt es nicht Tausende von Armen, die alt und krüppelhast, und darum zu aller Arbeit untüchtig sind? Wollte man erwiedern: Nun die mögen die leichteren Arbeiten thun, wozu ihre Kräfte noch ausreichen, damit die Gesunden und Kräftigeren ungestört bei ihrer Arbeit bleiben und desto mehr verdienen können, und so dieselben mit ernähren, so fragen wir: Würde da wohl noch von einer Ersparniß des Lohnes die Rede sein können, wodurch eine bessere Zukunft begründet werden soll, selbst dann noch, wenn auch immer Absatz der gefertigten Arbeiten da wäre? Aber wo bleibt der Absatz? Man sieht wohl, daß es leicht gesagt ist, die Zufluchtsstätten der Armen müssen Werkstätten sein, aber man wird auch ebenso zugeben müssen, daß mehr als Werkstätten dazu gehört, um arbeiten und sich sein Brod verdienen zu können. Eine solche Idee ließe sich nur verwirklichen, wenn aller freie Verkehr aufgehoben und die ganze Welt zu einer