Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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großen Werkstätte gemacht, das heißt, wenn der Communismus ein-- geführt würde, worauf das ganze abzielt. Aber auch selbst dann sind zur Verhütung des Pauperismus immer noch Bedingungen erforderlich, die nicht in dem Willen des Menschen, sondern ganz wo anders liegen. Würde der Communismus der Erde gebieten können, daß sie ihr Gewächs hervorbringe zur rechten Zeit, und Speise gebe für Menschen und Vieh? oder den andern Elementen, daß sie ihre verheerende Kraft ablegen und dieselbe nicht mehr beweisen? oder den verheerenden Seuchen, daß sie fern bleiben, oder gar aus der Welt verschwinden? Oder meint man, das würde alles von selbst kommen? Run, warum kommt's denn jetzt nicht von selbst? Wie wir bereits mehrere unftuchtbare Jahre gehabt haben, können noch mehrere kommen, und wie wir seit Jahren schon die Kartoffelkrankheit und Traubenkrankheit haben, so können wir ja auch noch Weizen- und Roggenkrankheit bekommen. Für unmöglich wird man dies doch wohl nicht halten wollen. Aber dann würde nicht nur Verarmung, sondern die größte Hungersnoth herrschen; aller Reichthum würde nichts helfen. Endlich wird noch als Ursache der Verarmung unter den Juden das Fernbleiben vom Ackerbau angegeben. Die Herren scheinen in der That keine Idee vom- Ackerbau zu haben. Der Ackerbau ist in der That ein herrliches Werk, aber um Schätze zu sammeln, dazu ist er nicht. Wie viel wohlhabende Ackerbauer giebt es wohl, die großen Grundbesitzer abgerechnet? Man darf nur durch die Dörfer gehen, und die ganze Erscheinung derselben sagt es uns, daß auf zehn der Einwohner kaum ein auch nur einigermaßen bemittelter kommt; die meisten sind arm, blutarm. Oder meint man, das Land müsse nur besser vertheilt werden, keiner dürfe so viel haben, wie jetzt. Nun dann würde die Noth erst recht groß werden. Auch fehlt es dem Ackerbaue keinesweges an Kräften; wir sehen im Gegentheil genug Landleute in die Städte eilen, um sich daselbst Arbeit und Brod zu suchen. Und endlich möchten wir noch fragen, ob unter den Handeltreibenden, gleichviel ob Juden oder Christen, so viel Armuth und Roth ist, wie unter den Landleuten und Professtonisten, und unter diesen besonders wieder bei einzelnen Klassen.