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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 3-4 (1855) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
3-4 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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56 daß er keinen persönlichen Messias erwarte; die Verbreitung von Kenntnissen und das Herannahen der Civilisation, das seien der Erlöser, den er erwarte. Solche sonderbaren Ansichten aus dem Munde eines Konstantinopeler Juden veranlaßten mich, weiter nach ihrem Grunde zu forschen, und ich fand bald, daß er viel in Deutschland, besonders in Sachsen gereist ist. Da er einst vor einer Kirche vorbeiging, an der eine hebräische Inschrift war, hielt er sie für eine Synagoge und ging hinein. Er erkannte bald seinen Jrrthum, da er nun aber einmal darin war, so beschloß er, dem Gottesdienste beizuwohnen. Da er bald darauf mit einigen Christen Bekanntschaft machte, so stritt er oft mit ihnen über religiöse Gegenstände. S,o wurde er mit dem Protestantismus bekannt; aber unglücklicher Weise saugte er von denen, mit welchen er Umgang hatte, mehr die Theologie der Deutschen, als die gesunden Lehren der Bibel ein." „Zwei Juden, denen ich ein Traktat gegeben hatte, kamen, um einige Fragen darüber an mich zu richten. Sie stimmten mit mir über die Nothwendigkeit der Buße überein, sagten aber, daß die Christen Buße thun und Juden werden, aber nicht die Juden Christen werden müßten. Dies suchten sie mit der That eines griechischen Priesters darzuthun, welcher seine Kutte abgelegt hatte und Jude geworden war. „Dieser Mann," sagten sie, „kannte gewiß seine ftühere Religion; er lehrte sie viele Jahre hindurch, aber sobald, als er die Bibel laswurde er überzeugt, daß wir recht hätten, und verließ demnach seine Brüder und trat zu uns über." Ich sagte ihnen, daß der Mann es gut gemeint haben könne, daß er aber in einen beklagenswerthen Jrrthum verfallen sei. Da er im Bilder- und Reliquiendienste erzogen und gelehrt worden sei, seine Kniee vor diesen Baalim zu beugen, so handelte er gewissenhaft, sie zu verwerfen, sobald als er erkannte, daß ein solcher Dienst verboten sei. Aber er! that sehr unrecht, den Messias zu verwerfen. Es ist unsere Pflicht, das zu verwerfen, was böse ist, aber es ist auch eben so unsere Pflicht, dem anzuhangen, was gut ist. Ueberdies vertauschte er, da er Jude wurde, nur eme verderbte Religion mit der andern; ja er ging zu einem Systeme von Gesetzen über, von denen nicht der hundertste Theil in der Bibel gefunden wird, deren Ursprung er nicht dem tau-

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