Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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55 voN'HrMeuy sagett: „Wir glaubten, die Protestanten wären unsere Feinde, wir sahen aus sie als solche, welche uns zu betrügen suchen; aber wir sehen, daß sie unser Wohl suchen und es gut mit uns meinen." Auch bis: nach Balat am Goldnen Horn gelangte die Nachricht von dem, was sich in Ortakeuy zutrug, und in Folge dessen hatte; ich mehrere interessante Gespräche über diesen Gegenstand. Einige ftagten mich, was wir mit der Vertheilung von Brod an die Armen beabsichtigten; -Andere sprachen einfach ihre Verwunderung darüber aus, daß bei den Christen solche guten Werke gesunden werden; noch. Andere wiederum versicherten, daß wir wegen so großer Freigebigkeit in jener Welt unermeßliche Besttzthümer erlangen würden, und Einige bedauerten, daß wir dadurch verursachten, daß ihre Gefangenschaft noch länger dauern müsse; denn das ist die Strafe, wenn sie von Nichtjuden Almosen empfangen. Sie wurden alle zurecht gewiesen und ihnen die Duelle der christlichen Liebe gezeigt. Sie schienen erstaunt darüber zu sein, daß wir uns die Gunst des Himmels nicht durch gute Werke zu erwerben hoffen, was bei ihnen der Hauptbeweggrund zum Gehorsam ist. Eben so fremd war es ihnen, daß Liebo der Grundder guten Werke sei. Von der Liebe Gottes wußten sie wenig, noch weniger von der Liebe Christi, und daß Jemand seine Liebe zu Gott durch Gutes thun an: Menschen kund thun solle, das ist Etwas, was ihnen nie in dm-Sinn kam." „Mit Signor L— kam ich während des Monats zu verschiedenen Malen zusammen. Er ist einer von denen, welcher freiere Ansichten hat, die Autorität des Talmuds leugnet und freimüthig anerkennt, daß seine Brüder das Gesetz Gottes verlassen haben. Als ich ihm bei einer Gelegenheit die Wahrheit des Evangeliums ernstlich zu Gemüthe führte, so gab er sofort zu, daß Christus von Gott gesandt sei, daß seine Lehre 5ein >lnd himmlisch ist, daß die Protestanten der Bibel Mehr als irgend ein anderes Volk folgen, daß sie Kinder Abrahams sind der Verheißung nach u. s. w. Erfreut über diese Zugeständnisse ging ich weiter und zeigte ihm, daß wir eines Heilandes «nb; Mittlers bedürfen, der, wie die Propheten es verkündigen, die Sünden seines Volkes tragen soll, und wie sehr wichtig es ist, auch Wohlgefallen an ihm zu haben.. Aber er erwiederte mir,