Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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mehr brauchte», und ersuchte ihn sogleich im Namen des-Pascha und Seiner Lordschaft, in den Synagogen von Stambul eine Collerte zu veranstalten, um dadurch dem unmittelbaren Bedürfnisse an Brod und Kleidung abzuhelfen. Die Hartherzigkeit und Gefühllosigkeit des Chacham Baschi (Oberrabbiner) und der Mamune (Vorsteher) ist jedoch eme solche, daß sie der Aufforderung des aufgeklärten türkischen Ministers und des allgemein geachteten britischen Repräsentanten mit Verachtung Trotz boten und weder Eollecten veranstalteten, noch die -traurige Lage ihrer eigenen Religionsgenossen zu verbessern suchten. Die Hälfte der Juden in Ortakeuy verdanken, menschlich gesprochen, ihr Leben den Missionaren und der Großmuth der Engländer an hiesigem Orte, denn hätten wir nicht einen Hülferuf an sie ergehen lassen, dem von Allen großmüthig entsprochen wurde, so würden die obdachlosen Dulder, ohne Brod und Kleidung, dem Hunger und der Krankheit zahlreich zum Opfer gefallen sein. Die aufgeklärteren und gebildeteren Juden sind ganz indignirt über das ungeziemende und schändliche Betragen ihrer Vorgesetzten, und ich habe viele sagen hören, daß eine Religion, welche nicht für die Armen sorgt, noch Trost den Unglücklichen gewährt, weder Gott zu ihrem Urheber, noch das endliche Wohl der Seelen zu ihrem Gegenstände haben kann. Unglücklicher Weise besitzen in diesem Lande die Häupter aller Religionsgemeinschaften eine große Gewalt, welche sie häufig zum Untergange des gebrauchen, der sich ihren Verordnungen nicht unterwirft, sonst würden wir, ich bin überzeugt, einen großem Zudrang von Forschern und einen beträchtlicheren Zuwachs von Besuchern unseres jüdisch-spanischen Gottesdienstes haben. Erst während der letzten Tage haben die Rabbiner und Mamune alle, welche eine günstige Gesinnung für unfern Glauben zeigen, oder ihre Kinder in unsere Schule schicken würden, mit Gefängniß oder Verbannung bedroht. Diese Aengstlichkeit von Setten der jüdischen Oberhäupter, jeden Strahl des evangelischen Lichts von ihrem Ghetto auszufchließen, entmuthigt oder erschreckt uns nicht; denn wie mir Herr Schauffler, der älteste Missionar hier unter den Juden, vor einigen Tagen schrieb: „Ich wundre mich nicht über die Kundgebung der äußersten Gottlosigkeit. Sie wohnen, wo in der That Satans Sitz