Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Men, als ich unter dieser elenden Decke die vergläserten Augen und den steifen Leichnam der Mutter dieser schlafenden und bewußtlosen Kinder erblickte.. Ich war ganz zermalmt, und ein Krankheitsgefühl durchdrang meinen ganzen Körper. Der geschlagene Mann hatte in seinem leidenschaftlichen Grame über den Verlust der geliebten Mutter offenbar seine von der Cholera ergriffene Frau ganz vergessen, und das unglückliche Weib muß ihren mit dem Tode ringenden Geist, indem sie ihre Augen auf die unglücklichen Gegenstände ihrer Liebe gerichtet hielt, in die Hände Gottes ausgehaucht haben. Ich war zu bewegt, als daß ich den armen Mann hätte trösten und ihm die traurige Nachricht eröffnen können. Die Leute, welche in der Nähe lagerten, wußten von dem neuen Schlage des Unglücks, aber sie waren zu sehr mit ihrer eigenen unglücklichen Lage beschäftigt, als daß sie den Sorgen und Wehen Anderer ihre Aufmerksamkeit hätten schenken sollen. Ich. ermahnte ihn, auf den Allmächtigen zu vertrauen, welcher Alles zu seinem Besten lenken würde. Er glaubte nicht, was ich sagte, denn der Glaube der rabbinischen Juden gewährt dem Herzen keifte Üeberzeugung, noch Trost der verzweifelnden Seele. Ich versprach ihm, ihm einige Kleidungsstücke für seine Kinder zu schicken, wofür er dankbar schien, und erwünschte mir vielfachen Segen von Gott. Es war nun zwei Uhr geworden, Und da ich seit sieben Uhr auf meinen Füßen gewesen war und die ganze Zeit die Krankenluft eingeathmet hatte, so wurde ich gegen meinen Willen genöthigt, meinen Weg nach Hause anzutreten." „Am folgenden Morgen theilte ich einem Freunde den fürchterlichen Zustand der armen verlassenen Juden mir, der sogleich Lord Redcliffe davon -benachrichtigtem Seine Lordschaft war sehr ergriffen von der strafbaren Gleichgültigkeit der jüdischen Vorgesetzten, und HeE Moore wurde sogleich zu Reschid Pascha und dem Oberrabbi gesandt, um bei ihnen Hülfe für die Dulder nachzusuchen. Der Pascha versprach großmüthig eine Unterstützung von der Regierung, aber der Rabbi suchte sich zu entschuldigen, indem er sagte, daß sie im Begriff wären, ein Armenhaus zu bauen und Geld in Europa zu sammeln. Herr Moore erinnerte den Rabbi darandaß die Armen, nachdem man sie habe Hungers sterben lassen, keine Zufluchtsstätte