Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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BO genöthigt, ihnen Strümpfe, einige Kleidungsstücke' uM ein wenig Kaffee oder,Thee zu geben, um ihrem erfrornen und erschöpften Körper Wärme und Lebenskraft wieder zu geben. Mehrere waren außerordentlich dankbar, und ich hoffe, daß sie durch diese Beweise christlicher Güte und Liebe von dem Vorzüge unseres Glaubens einen tiefen Eindruck erhalten haben werden." - „Es war 11 Uhr geworden, als ich fertig war, und ich Wie gern mein Werk der Barmherzigkeit für heute beendet; aber unser Colporteur war ins Wasser gefallen und konnte die Kranken und Schwachen, welche in Betreff ihrer täglichen Speise von uns abhängen, nicht besuchen, ich war daher genöthigt, selbst in die Zelte und aus die Plätze zu gehen, wo Kälte, Blöße und die Cholera ihre Wohnung aufgeschlagen hatten. Der Almosenpfleger der Synagoge, Senor C—, welcher zufällig in meinem Hause war, begleitete mich. Wir gingen zunächst in das Haus, wo wir vor kurzem unsere Schule hatten; das obere Stockwerk, welches von T—, einem reichen Juden, bewohnt wird, war sicher verwahrt, und von seinen Bewohnern verlassen; aber der untere Stock war von einer gemischten Menge von Männem, Weibern und Kindern bis zum Uebermaß angefüüt. Der trostlose und kummervolle Anblick der verschiedenen Gruppen, die seufzend und hoffnungslos um die rauchende Asche saßen, welche ihrer zitternder Glieder nur spottete, stand in trauriger Harmonie mit der düstern Luft und dem heulenden Sturme, welche das Haus verfinsterte und in seinem Grunde erschütterte. Kranke und Hungrige, Nackte und Sterbende, Alle flehten mich mit kläglicher Stimme um Hülfe an. Die verpestete Luft und das ansteckende Miasma, welche den ganzen Ort in ein Spital des Verderbens verwandelt hatten, machten, daß ich.mich ganz schwach und schwindelig fühlte, und genöthigt wurde, meinem Begleiter chie Austheilung des Brodes zu übertragen. Von diesem Hause gingM wir zu mehreren andern, aber überall fanden wir dasselbe bleiche Elend iitnd dieselbe herzzerreißende Roth. In einigen waren an diesem Morgen einer oder zwei verschieden, in andern lagen mehrere im Todeskampfe. Die Zelte boteneinen noch traurigeren.Anblick dar. In dem ersten, in das ich trat, erblickte ich . fünf Personen, von Krankheit abgezehrt