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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 3-4 (1855) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
3-4 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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49 und tödtliche Macht in dem Leben und den Handlungen seiner bethörten Anhänger in einer schreienden Weise. An dem Tage, an welchem das Feuer das jüdische Stadtviertel zerstörte, flohen der Chacham B a sch i, Rabbi Chajen Cohen, und alle andern wohlhabenden Juden von Ortakeuy hinweg, um dem Zudrange der Armen und ihren unwiderstehlichen Ansprüchen auf Wohlthätigkeit zu entgehen. Die hülfsbedürstigen Dulder, von ihren geistlichen Führern und weltlichen Vorgesetzten der Verzweiflung und dem größten Elende überlassen, nahmen ihre Zuflucht zu dem Missionare, und ich freue mich und bin dankbar, sagen zu können, daß durch unsere vereinten Anstrengungen dem Hereinbrechen von Hungersnoth und Seuchen in ziemlicher Ausdehnung Einhalt gethan, und Dutzende von einem unzeitigen und stützen Grabe gerettet worden sind. Ohne diese bei Zeiten gebrachte Hülfe würden Unzählige unvorbereitet und unbußfertig ihrer ewigen Heimath entgegen geeilt sein, vor welchem Gedanken ich zurückschaudere, und selbst bei all unseren Bemühungen, den bitter» Kelch des Elends zu mildern, beklagen doch viele Frauen den Tod ihrer Männer und viele Kinder den frühen Verlust ihrer Eltern. Um Ihnen nur einen geringen Begriff von der elenden Lage und der äußersten Verlassenheit von mehr als zweihundert und fünfzig Familien zu geben, deren traurige Armuth, während sie die Armenier zum Mitleiden und Erbarmen bewegte, doch unter ihren unempfindlichen und versunkenen Glaubensgenossen keine Sympathie erregte, will ich die Scenen beschreiben, von denen ich eines Morgens Zeuge war. Es war am Mittwoch, dem 1. dieses Monats (November), an einem Tage, der nicht sobald aus meinem Gedächtnisse ausgelöscht werden wird. Der Regen, welcher seit 48 Stunden gedauert hatte, ergoß sich fortwährend in Strömen herab. Alle Straßen und Gaffen wurden in schmutzige Bäche verwandelt; mein Haus war vom Wasser umgeben und jeder Zugang zu demselben gefährlich. An einem solch traurigen und schrecklichen Morgen erwartete ich nicht, daß irgend Jemand nach Brod kommen würde, aber die vom Hunger gequälte Menge kam, vvn der unwiderstehlichen Roth gedrängt, in großen Haufen. Einige wurden vor Kälte, Nässe und Erschöpfung ohnmächtig, als sie mein Haus erreicht hatten, und ich wurde 4

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