Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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46 lesen können, so werden in vielen Fällen solche Eindrücke verwischt, ehr der Schristvorleser wiederkommt." „Von den kleinen protestantischen Gemeinden und ihren einzelnen Gliedern kann ich bei dieser Gelegenheit nicht viel sagen, ohne aus Einzelheiten einzugehen, welches ich aber lieber unterlasse. Im Allgemeinen gleichen sie sehr dem, was ich von den Proselyten hier gesagt habe, das ist, sie glauben, daß die Bibel Gottes Wort ist, und daß sie Alles enthält, was zur Seligkeit nothwendig ist; ste lesen es gern und hören es gern vorlesen und erklären, wenn es sein kann. Sie verabscheuen die Zrrthümer, besonders den Götzendienst ihrer ftühem Kirchen. Auch lieben ste die Uebersetzung unserer Liturgie, geben sich Mühe einen guten Gebrauch davon zu machen, und sind der Gesellschaft zur Verbreitung christlicher Erkenntniß dankbar für den Vortheil, dessen sie sich im Besitze derselben erfreuen. Das äußere Betragen bessert sich bei Vielen, obschon bei Weitem nochnicht in Allem , wie man wünschen möchte; aber ste halten fest an ihrem Protestantismus wie an ihrem Leben. Die zeitliche» Vortheile und Versuchungen, wodurch ihre ftühem geistlichen Vorgesetzten sie in ihren Leiden wieder an sich zu locken und zurück zu bringen suchten, waren mannigfach aber ohne Erfolg mit Ausnahme zu Nazareth , wo einige zu ihrer (der unirt-griechischen) Kirche zurückgekehrt sind." „Aber bei alle dem ist doch fast ein allgemeiner Mangel an geistlichem Leben fühlbar, ich möchte beinahe sagen, daß ihre todten Gebeine jetzt mit Fleisch und Haut einer Kopferkenntniß der Wahrheit und schriftgemäßen Orthodorie überzogen sind; aber ste bedürfeil noch des Wehens des Geistes Gottes. Dr. Sandreczki und ein Schristvorleser, ein Eingeborner, haben die spezielle Seelsorge der Gemeinden in Jerusalem und Bethlehem, außer der Pflicht, Andere zum Heilande zu führen zu suchen. Herr Prediger Kruse sucht die wenigen eingebornen Protestanten in Jaffa zu erbauen, außerdem, daß er den Engländern predigt, welche Jaffa in großer Zahl besuchen. Herrn Prediger Klein hat bisher die Sorge für die Gemeinde in Nazareth * obgelegen, welche in diesem Jahre schwer geprüft worden ist und sich in keinem erfreulichen Zustande befindet; es ist ohne Zweifel viel Sprm unter dem Weizen. Frau Prediger Klein, von welcher wir