Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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41 können. Tausende von Juden und Jüdinnen haben während dieses Jahres von ungewöhnlichen Leiden dessen Wohlthat genossen. Es ist nicht und darf nicht sein eine Anstalt zur Proselytenmacherei, ausgenommen die Thatsache, daß sowohl das Alte, als auch das Neue Testament bei jedem Krankenbette liegt, damit die Kranken Gelegenheit haben, aber ganz nach freiem Willen, nach der Wahrheit des Evangeliums zu forschen, und so den Weg des Heils zu suchen oder nicht. Doch muß die Erfahrung von christlicher Liebe und Wohlthätigkeit früher oder später ihre Herzen sanfter machen und nach und nach ihre Vorurtheile entfernen, wovon es an Beispielen nicht fehlt. Dies müssen die Rabbinen sehen, sonst würden sie ihre Stimme nicht so oft gegen das Hospital erheben. Das allererste, was der oben erwähnte Herr Cohen that, noch ehe er dies Land verließ, war die Gründung eines andern Hospitals, um dem unsrigen entgegen zu wirken. Jedoch hat das Hospital der Gesellschaft, einige Wochen ausgenommen, keine Verminderung an der Zahl seiner Patienten erlitten. Ueber das Industrie-Haus, das sich in einem transitorischen Zustande befindet, habe ich nicht nöthig viel zu sagen. Es hat uns im Laufe des Jahres viel Mühe und Sorge gemacht. Der Vorsteher desselben ist versetzt worden, und ist nun in einer andern Sphäre beschäftigt; Herr Hefter vertritt zeitweilig seine Stelle, bis Jemand anders ernannt sein wird. Einige von den Zöglingen, sonst viel versprechende junge Männer, zeigen viel Widerwillen gegen die Arbeit und das Erlernen eines nützlichen Handwerks, während es uns an Mitteln fehlt, sie das Handwerk erlernen zu lassen, das sie lernen möchten; einige von ihnen befinden sich jedoch, so weit wir urtheilen können, wohl darinnen. Die Lage der Juden in diesem Lande ist eine außergewöhnliche, und daher bietet denn auch die Herbeischaffung der Mittel zur Unterstützung unserer Proselyten eine fast unüberwindliche Schwierigkeit dar; und so wird es wohl noch lange bleiben." „Fräulein Coopers Industrie-Schule für Jüdinnen verspricht immer wichtiger zu werden, nicht nur wegen der Zahl, die sie besuchen, sondern auch, und vorzüglich wegen der Wirkung, welche sie auf die einzelnen Jüdinnen auöübt. Vor der Ankunft des Herrn