Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 solcher, welche gewissermaßen den Wunsch äußerten, Christ zu werden, aber welche nach und nach zeigten, daß sie entweder von verschiedenen weltlichen Beweggründen geleitet würden, odxr daß ihr eingebildeter Glaube an Christum ihnen keinen Muth gab, seinen Namen, auf die Gefahr hin mehr zu verlieren, als wir ihnen an weltlichen Vortheilen bieten konnten, zu bekennen. Doch haben wir in diesem Jahre neun erwachsene Israeliten getauft, die meisten von ihnen nach langer Prüfung, und nachdem wir die Ueberzeugung gewonnen hatten, daß sie alle aufrichtig bekannten und glaubten, daß Jesus ist der Christ, der Sohn Gottes, und ebenso auftichtig wünschten, ihm zu dienen, obschon leider den meisten von ihnen, wenn nicht allen, das tiefe Gefühl der Schuld, des natürlichen Verderbens und der Schwäche fehlt, welches den sündigen Menschen zwingt, Christum als unsere Gerechtigkeit und Stärke zu ergreifen. Daher ihre außerordentliche Schwäche, Unentschiedenheit und Unkenntniß der heiligen Freude im Herrn, welche die Stärke der Seinen ist. Dies ist unglücklicher Weise fast bei allen unfern Proselyten der Fall ebensowohl wie bei den eingebornen Protestanten. Ich glaube, daß sie alle, mit sehr geringer Ausnahme, auftichtig in ihrem Bekenntnisse sind, das ist, daß sie nicht wissentlich unaufrichtig sind. Sie haben eine gute Kenntniß der Wahrheit im Kopfe, und wenn man ihnen einige frühere schlechte Angewohnheiten nachsieht, so ist ihr äußerer Wandel nicht schlecht, und wenn ein regelmäßiger und geziemender Gebrauch der Gnadenmittel ein untrüglicher Beweis des wahren Christenthums wäre, so könnte unsere Gemeinde beinahe als ein Muster betrachtet werden. Was fehlt denn also noch? O! sehr viel, wie bereits gesagt. Wir bedürfen alle einer tieferen Ueberzeugung der Sünde und folglich eines lebendigeren Glaubens an Christum zu unserer Gerechtigkeit; wir bedürfen Leben, wahres Leben, geistiges Leben mit seinen Früchten — Freude, Friede und Liebe." „Wir, das ist, meine Brüder, die Missionare und ich selbst, fühlen zuweilen tief und beklagen den Mangel des geistigen Lebens, — als die Offenbarung der Macht zur Gottseligkeit unter unfern Proselyten; und ach! obschon wir Anderw kein Leben mittheilen können, so müssen wir uns doch vor Gott und Menschen anklagen,