Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 3-4 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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36 heerung und Elend brachte, stiegen Mangel und Theuerung an Lebensmitteln, bis sie zuletzt während der Regen- und Schneezeit im März den höchsten Gipfel erreichten. Wenn Almosen ausgetheilt wurden, so war es herzzerreißend, Dutzende von hungrigen Geschöpfen ihre Hände nach Hülfe ausstrecken zu sehen. Da die Klöster Ueberfluß an Mitteln hatten, ihre Armen zu unterstützen, wie auch die Moslems in den Revenüen ihrer Moscheen, so litten die zahlreichen armen Juden und die wenigen eingebornen Protestanten am meisten, bis von außen her, sowohl von Juden als Christen, Hülfe für die leidenden Juden kam. Doch, Gott sei Dank, die Hülfe ist gekommen sowohl durch Almosen, als auch durch eine reichliche Ernte. Die Preise, obschon um die Hälfte niedriger, bleiben jedoch immer noch sehr hoch, so daß die Hand Gottes noch schwer auf vielen Familien liegt, welche der thätigen Liebe bedürfen." „Wenn ich nun geftagt würde, welche moralische Wirkung diese Trübsale auf das Volk im Allgemeinen gebabt haben, so müßte ich antworten: so weit als ich urtheilen kann, gar keine. Wenn die moralische Natur einmal durch Aberglauben und Sittenlosigkeit so ganz herabgesunken ist, so scheint ein Gericht Gottes, anstatt das Herz zu erweichen und das Gewissen zu schärfen, und so die Menschen zum Bessern umzuwandeln, sie nur für andere Gerichte reif zu machen. Das Wort Gottes allein ist im Stande, auf die Einzelnen angewandt, ihre Gemüther zu erleuchten, ihre Herzen zu erweichen, ihre Gewissen zu beleben und ste als verlorene Sünder zu dem Lamme Gottes hinzuleiten, welches der Welt Sünde trägt." „Einige Zeit hindurch schienen im Frühjahre in der That viele Juden von der Wohlthat, die ihnen von den Christen erzeigt worden war, ergriffen zu sein; ihre Vorurtheile schienen zu schwinden. Aber als die Juden außerhalb Palästinas die Wirkung der christlichen Mildthätigkeit zu fürchten schienen, so sammelten ste große Summen Geldes, damit es theils hier zur unmittelbaren Linderung der Leidenden vertheilt würde; aber die bet Weitem größere Summe wurde zur Gründung verschiedener Anstalten, ähnlich den unsrigen, in der Absicht bestimmt, auf diese Weise die Bande, welche im gewissen Sinne eine