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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 1-2 (1855) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
1-2 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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30 welche am Morgen reich oder wohlhabend waren, hatten am Abend um 10 Uhr kein Bett mehr fär ihre ermüdeten Leiber, und kein Stückchen Brot, um den Hunger ihrer Kinder zu stillen. Ich öffnete mein Haus, welches dura.) eine günstige Veränderung des Windes der Gefahr nicht ausgebtzt war, Reichen und Armen, und Viele, welche es Tags vorher-'och für eine Sünde gehalten haben würden , meine Schwelle zu getreten, bedienten sich mit Freuden der Zufluchtsstätte, die ihnen mein Haus bot. Am folgenden Morgen verfaßte ich eine Bitt^ust Zur Linderung der Noth der verzweifelnden und hülflosen «renge, welche Herr Schauffler, Missionar des armerikanischen Board, so gütig war unter den englischen und andern Protestanten herumzuschicken, und ich bin dankbar, sagen zu können, daß die großmüthige Erwiederung aus unser Gesuch uns in den Stand setzte, die Thränen vieler betrübten und sorgenvoller Eltern zu trocknen und ihre Herzen zu erfreuen. Mein Haus füllt sich täglich von Hunderten von Familien, welche ich mit Brot versehe, das ich von Herrn Hamlin, dem Vorsteher des amerikanischen Industrie-Hauses in Bebeck zu dem Kostenpreise erhalte, und in einigen Tagen will er mich auch mit Strohmatratzen für die Kranken und Elendesten unter den Leidenden versehen. Ohne diese zeitige Hülfe würde Armuth und Hunger furchtbares Elend erzeugt und das schwarze Leichentuch über die Mehrzahl der Juden in Ortakeuy gebreitet haben. Unser Colporteur ist für die Kranken und Alten ein wirklicher Engel des Mitleids gewesen; zu jeder Tagesstunde durchzog er, mit einem Chamal (Träger) hinter sich, die Felder und Gärten, Höfe und Gäßchen, und raunte den Betrübten Worte des Trostes in die Ohren, und erfreute die Herzen der Abgelebten und Hülflosen. Ich habe selbst? eine große Anzahl besucht, und die Thränen der Dankbarkeit, welche sie vergossen, ist ein hinreichender Beweis, daß unsere Güte wohl angewandt wird.... Dank dem Gesandten Ihrer britischen Majestät, welcher sich, auf die Bitte des Herrn Schauffler, großmüthig für die obdachlose Menge bei der Regierung verwandte und so hundert Zelte verschaffte, sonst würde noch eine große Zahl auf freiem Felde liegen, allen Schrecken des Windes und Regens, der Kälte und

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