Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 1-2 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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SS suchen; und kann er die Verhältnisse nicht ändern und die eingewurzelten Vorurtheile ausrotten, nun so wird er doch, wenn das Unglück kommt, seine Hände nicht in t§n Schooß legen und thun wie die Andern thun, sondern er wird Hessen wie und wo er kann ohne Ansehen der Person und des Glaubens, und wird so zeigen und zeugen, was das wahre Chriftenthum ist, u»- »vas es wirkt und schafft; er wird den vom Unglück Betroffenen in 'firem Eiende beispringen und sie wenigstens vom gänzlichen Untergange Ul retten suchen, hiemit aber auch zugleich anders Gesinnte zur Nacher^mg reizen. Ein erfreuliches Beispiel hievon geben uns die protestantischen Missionare und überhaupt die Protestanten in Konstantinopel, mit dem englischen Gesandten an ihrer Spitze, bei der letzten Feuersbrunst, welche am 18. Oktober vorigen Jahres dort stattfand. Wir wollen hierüber jedoch nichts sagen, sondern den Herrn Prediger Stern, der Augenzeuge und selbst dabei thätig gewesen ist, reden lassen. Er schreibt darüber im Jewish Intelligence vom Dezember 1854 wie folgt: „ Sie wissen vielleicht schon aus den Zeitungen von dem furchtbaren Brande, der vor wenigen Tagen den größten Theil von Ortakeuy in Asche legte. Das Feuer brach am Mittwoch, den 18. Oktober, Nachmittags gegen vier Uhr aus, und zwar in einem alten Hause im Judenviertel. Einige Spritzen und eine Abtheilung der Löschmannschaften waren bald an Ort und Stelle, aber die Flamme konnte nicht gebändigt werden und griff mit so unwiderstehlicher Gewalt um sich, daß Ruin und Verwüstung noch vor Mitternacht die Seite des bevölkertsten Theils der Stadt am Bosporus bezeichnete. Das ganze Judenviertel mit allen Synagogen, Schulen und Privatwohnungen wurde ein Raub des schonungslosen Elements, und tausende von Personen wurden, obdachlos und heimathlos, genöthigt, einen Zufluchtsort auf freiem Felde oder hinter den rauchenden Mauern ihrer früheren Wohnungen zu suchen. Nach der niedrigsten Schätzung verloren bei dieser fürchterlichen Heimsuchung 1300 erwachsene Juden, ohne die Frauen und Kinder mitgerechnet, ihr ganzes Eigenthum oder den größten Theil desselben, und viele,