Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 1-2 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554661-2554663--02195-2558058- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
13 Leute sprachen ihre Bewunderung über die Selbstverleugnung, Aufopferung und das Talent Frommanns aus; nur der bescheidene und vom Geiste Gottes begeisterte Jüngling war noch nicht zufrieden mit dem, was er geleistet hatte, und meinte „fein Heiland fei doch für ihn in Knechtesgestalt in die Welt gekommen, wogegen der Stand eines Setzers doch königlich zu betrachten sei. — Sein Heiland habe keinen Ort gehabt sein Haupt niederzulegen, er hingegen habe noch viel zu viel Bequemlichkeit gehabt auf seinem Nachtlager in der Stube der Druckerei." Mit großem Jubel wurde die Schrift überall ausgenommen. Viele gekrönten Häupter, Königinnen, Fürstinnen und Prinzessinnen, Theologen, hohe Militärpersonen nahmen dieses Schriftchen mit großer Zufriedenheit an, und beeilten sich reichliche Gaben Callenberg dafür einzusenden. Doch Frommann verlangte für sich gar nichts, obgleich er in sehr dürftigen Umständen lebte. Aber auch die Juden zollten dieser Schrift ihre Bewunderung, in der ersten Zeit, da sie in dem Namen der Verfassers, Jochanan Kimchi, einen ihrer gefeiertsten Gelehrten zu erblicken glaubten. Bald waren aber die vorräthigen Eremplare vergriffen, und Frommann legte abermals die Hände ans Werk. Auch eine deutsche Uebersetzung wurde sehr bald gewünscht, die auch von Frommann veranstaltet wurde. Der Ruf dieses Büchleins verbreitete sich über die Grenzen Deutschlands weit hinaus. Kaum war das Schriftchen in England bekannt geworden, so wurde sofort daselbst eine englische Uebersetzung desselben veranstaltet, nachdem in dem Comite der Inhalt desselben genau geprüft und erörtert worden war. Am 9. August des Jahres 1732 schrieb der Sekretär des Londoner Comite's einen sehr verbindlichen Brief an Callenberg im Namen des Comite's über diese Arbeit, worin er ihm auch anzeigt, daß der Inhalt des Tractats „die angenehmen Materien der Unterredungen bei etlichen Zusammenkünften des Comite's gewesen wären, i) Eben so meldet ein früheres Schreiben desselben Comite's vom 5. August 1731. „Das Buch „Licht am Abend" ist nun inS i) Callenberg, X. Fortsetzung. S. 40.