Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 1-2 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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zu lassen; aber der Studiosus (Frommann) bat wiederum, mich doch selbst zur Anschaffung der Buchstaben zu entschließen, da er stch nach allem genau erkundigt habe, und gefunden, daß das vorhandene Geld, das kaum hinreichen dürfte einen Th eil der Druckkosten zu decken, hinlänglich sei die Lettern zu kaufen und den Druck zu bezahlen. „Ich ließ mir die Rechnung machen. Da ich aber sähe, daß er für die Kosten des Satzes nur ein sehr Weniges gerechnet, fragte ich ihn, wer dafür einen Setzer bekommen könnte. Frommann antwortete: er wolle das Setzen selber verrichten. Ich vbjicirte: er habe es ja nicht gelernt! Er sprach: ich verstehe die Sprache, die wenigen Vortheile, welche er als Setzer zu wiffen nöthig habe, wolle er bald erlernt haben." Nach langer Bedenklichkeit von Seiten Callenbergs entschloß er sich endlich zur Anschaffung der Lettern, welche im Herbste des JahreS 1727 auch fertig wurden. Bevor aber Frommann den Anfang mit dem Satze machen konnte, unternahm er in Begleitung Callenbergs eine Reise nach Gotha, um noch ein Mal mit vr. Müller, dem Verfaffer des gedachten Werkes „Licht am Abend," da dessen Druck nun als nah bevorstand, Rücksprache zu nehmen, vr. Müller war, trotz seines hohen Alters, sehr wohl und war außerordentlich erfreut über die Nachricht, daß der Druck seines Werkes nahe bevorstand. Voller Begeisterung und von innigster Liebe für das Heil Israels durchdrungen rief er aus: „nun will ich in Freuden sterben, da ich meine Wünsche erreicht sehe." Gleich nach einigen Tagen verschied vr. Müller. Währenddes Winters suchte Frommann, nachdem er etwa 14 Tage die Kunstgriffe der Setzer in einer Offizin erlernt hatte, mit dem Satze zu beginnen. Er ließ sein Bett in das Zimmer, wo die Typen waren, bringen, und die Nachtstunden, die ihm seine Studien der Medizin zur körperlichen Erholung übrig ließen, widmete er großen TheilS dem Satz des Werkes, von dessen Verbreitung er sich so viel Heil für seine Brüder versprochen hatte. Zum Beginn des Frühjahres war das Werk in einer Auflage von 1500 Erempl. vollständig fertig. Groß war die Freude über das gelungene Unternehmen; alle