Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1855-01-01 · 1-2 (1855) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
1-2 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554661-2554663--02188-2558051
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

H Christ und 8tuä. m«6. in Verbindung war, und in Gotha regelmäßig das Gymnasium besucht hatte, so mag wohl seine Bekehrung in das Jahr 1722 oder 1723 fallen. So schmerzlich nun der Mangel an diesen Nachrichten ist, um so erfreulicher ist eS, die näheren Umstände bei seiner Bekehrung ausgezeichnet zu finden, und zwar von einem Manne, dessen Name uns hinreichend die Wahrheit der Nachrichten verbürgt; es ist der berühmte Missionar Stephan Schulz.') Wären auch diese Nachrichten nicht von einem so glaubwürdigen Zeugen, so würden die oben geschilderten geistigen Strömungen jener Zeit sowohl unter den Christen als auch den Juden unsre Erzählung glaubwürdig machen. — S ch u l z war im Jahre 1749 in London. Der damalige Sekretär der Gesellschaft zur christlichen Erkenntniß, Mr. Brongton, erzählte ihm von dem großen Eifer vieler Laien für die Verbreitung des Christenthums unter den Juden; er theilte ihm mit, wie besonders ein gewisser Mr. Bray blutige Thränen vergißt, wenn er mit den Juden spricht, wodurch er einen gewaltigen Eindruck auf die Gemächer der Juden machte. Als Seitenstück eines solchen Eifers unter den Laien erzählt ihm Schulz folgende merkwürdige Bekehrung Frommanns durch einen einfachen, schlichten und ungelrhrten christlichen Schneider, sie lautet so: „In der Residenzstadt des Fürsten von Anhalt-Dessau wohnen viele Juden, die auch daselbst eine Universität ro»»> haben. Ein jüdischer Student (Frommann) geht zu einem christlichen Schneider, um sich zu einem Kleide Maaß nehmen zu lassen. Dieser Mann betrachtet die schöne Bildung des jüdischen Jünglings und bedauert ihn, daß er als ein ungläubiger Jude solle verloren gehen; fängt sogar darüber zu weinen an. Der junge Jude fragt ihn, warum er so weine. Als ihm der Schneider die Ursache gesagt hatte, antwortete der Jüngling: „Ci was geht euch meine Religion an? Macht mir nur mein Kleid, das ist euer Beruft" Darauf versetzte der Schneider: „Ach mein lieber Bachur (Student), wenn ihr nur einmal unser Neues Testament lesen möchtet, so würdet *) Leitungen deS -Höchsten. III. Lhl. S. 74.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.