Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 1-2 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Polens und Litthauens strömten, um die jüdischen Wissenschaften zu studiren; und die jüdische, wohlhabende Gemeinde suchte mit der größten Bereitwilligkeit die ärmeren Schüler der Hochschule zu unterstützen. Dieser Hochschule (rw'iv») stand damals Rabbi David Frankel vor, dessen Eltern auch aus Wien verbannt worden waren, und der später im Jahre 1742 als Oberlandesrabbiner nach Berlin berufen wurde. Seine Kommentare über den damals noch wenig bearbeiteten jerusalemischen Talmud (my pip), verschafften diesem Manne einen Ruf, der bis zum Orient drang. Vermöge seiner vielseitigen Bildung führte er seine Schüler nicht nur in die talmudische, sondern auch in andre Wissenschaften ein. Wie sehr er seine Schüler mit der hebräischen Grammatik und den Schriften des Maimonides bekannt gemacht hat, bezeugt sein Schüler MoseS Mendelsohn.') Unter der großen Anzahl der damals in Dessau unter Fränkel studirenden Jünglinge war auch Heinrich Christian Immanuel Frommann. — Trotz aller Mühe war es nicht möglich zu erfahren, wie er als Jude geheißen hat. Rach einer Nachricht des vor kurzem verstorbenen Professor Dr. Friedländer in Halle, soll er aus Schlesien gebürtig sein, wie er solches in einem zerrissenen Register der medicinischen Fakultät gefunden habe. Auch das Jahr seiner Geburt, sein Geburtsort, das Jahr seiner Bekehrung ist bis jetzt unbekannt, doch da er im Jahre 1727 mit Callenberg als ') Als der 14jährige Mendelsohn seinem Lehrer Fränkel nach Berlin folgte, war ersterer bereits mit den Schriften des MaimonideS und der hebräischen Grammatik sehr vertraut. 1718 erschien zu Köthen die merkwürdige Grammatik «npn yn von Alexander Süßkind; in Jeßnitz die sämmtlichen Schriften des Maimonides in 4 starken Foliobände»; 1724 auch dessen berühmtes Werk: Uovtor perplerorum miö — Ueberhaupt war die Tüchtigkeit der damaligen jüdischen Presse in Köthen, Berlin, Frankfurt a. d. O. durch die auS Wien Verbannten bedeutender als an einem andern Orte. Frankfurt allein lieferte in kurzem Zeitraum 3 Ausgaben des babylonischen Talmuds, ohne der bändereichen Kommentare und andrer Schriften zu gedenken.