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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 11-12 (1854) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
11-12 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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m ich ihnen nicht beistimmen; denn wenn er gekommen wäre, so würde die Welt nicht so unvollkommen und voll Elend und Krieg sein. Aber die messtanische Zeit eilt schnell heran; alle Thäler sind bereits erhöht, und alle Berge und Hügel erniedrigt durchdieEisenbahnen, und die Menschen haben mehr Umgang miteinander, und so vermehren sich Civilisation und gute Sitten." Ich: — „Ich will nicht näher in Ihre ungesunde Erklärung der Worte des Propheten eingehen, sondern ich berufe mich auf ihr Gewissen, meine wertheDame, wir beide, Sie und ich, werden früher oder später auf das Sterbebette gelegt werden, und glauben Sie, daß dann Eisenbahnen und telegraphische Depeschen uns werden trösten und Frieden geben können? Gewiß nicht; wir bedürfen eines persönlichen Erlösers, und Gott sei Dank, daß er gekommen ist, nämlich Jesus." Sie: — „Nun, wenn die Christen im Besitz solcher Seligkeit sind, warum nehmen sie dann nicht die Juden in ihre Mitte auf und versuchen, sie ihrer großen Seligkeit theilhaftig zu machen, wie z. B. in Basel? Da empfangen arme Juden Almosen, aber uns ist es nicht erlaubt, daselbst zu wohnen; ja Israel wird noch verfolgt und verachtet, und das beweist, daß die Thorah (das Gesetz) wahr und der Messias noch nicht gekommen ist." „Wir zeigten ihr, daß der Unglaube Israels die Quelle dieses Unglückes ist, und daß der wahre Christ die Juden liebt, daß keine Reform Israel helfen kann, sondern nur die Rückkehr zu Gott und ihrem König David." Von Westen wenden wir uns nach Norden, wenigstens dem nördlichsten Theile unseres theuern preußischen Vaterlandes. Auch von dort vernehmen wir eine Stimme, daß sich die Juden nicht mehr länger von den Rabbinen und ihren Lehren knechten lassen, sondern fich der Menschenrechte bedienen und nach der Wahrheit forschen wollen. Herr Missionsprediger Tartakower in Königsberg in Preußen theilt uns Folgendes mit: „Es ist Thatsache, daß die Nachkommen Abrahäms, obschon sie vorgeben, von Christo nichts zu wissen, und gelehrt werden, die Wahrheiten des Evangeliums zu verwerfen, doch in vielen Fällen in ihren Büchern und Gebeten für die Wahrheit in Jesu Christo, dem großen Herrn und Herzog unserer Seligkeit, selbst Zeugniß ablegen. Dies habe ich mich bemüht den Juden in Gesprächen über Religion zu beweisen, mit denen ich zusammen gekommen bin, und welche sich bemühten das Gegentheil zu behaupten." „So geschah dies am letzten jüdischen Feste, als ich mit einer Anzahl zusammentraf, die eben aus der Synagoge kamen und ihre Gebetmäntel und Gebetbücher unter ihren Armen trugen. Als ich mit ihnen sprach, öffnete ich ihr Gebetbuch und zeigte ihnen die merkwürdige Stelle, in dem Gebete am ersten Ostertage, wo sie zu Gott, dem Allmächtigen beten: „die Zeit des Messias zu beschleunigen und die Schatten des großen Gesichts zu entfernen, damit der,

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