Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Wundern, und endlich bekannte er, daß es viele-Dinge in der Welt gäbe, welche er nicht verstehen könne, und die doch da sind. Nun kam Madame G— und nahm lebhaft Theil an der Unterhaltung, wobei sie darihat, daß sie das Neue Testament gelesen hat. Sie sagte: „Wer kann die Berichte von der Auferstehung Jesu verstehen; sie weichen so sehr von einander ab. Ich las verschiedene Stellen und zeigte, wie sie übereinstimmen, und wie viele Zeugnisse wir haben im neuen Testamente, in der Geschichte rc., die da beweisen, daß Jesus auserweckt und gesehen wurde nicht nur von einigen Weibern, sondern von mehr, als fünfhundert Brüdern auf einmal. Dann sprach sie von Abbe Ratisbonne und andern Proselyten, erklärte sich aber zufrieden, als ich ihr zeigte, wie wir ganz anders handeln, als die Römischen Katholiken, wir wünschen nicht die Zahl der Christen durch schnelles Taufen zu.vermehren, sondern wir wollen die Juden zur Erkenntniß des Heilandes führen, und dann in jeder Weise für sie sorgen. Darauf erwiederte sie: „Mein Herr, versuchen Sie nur vor allen eine Einigung der verschiedenen christlichen Parteien herzustellen, dann mögen Sie auch versuchen, Israel zu bekehren." Ich zeigte ihr, daß alle wahren Christen in den wesentlichsten Lehren übereinstimmen und im Geiste und der Wahrheit vereinigt sind, und bat sie, ernstlich den Herrn und das ewige Heil ihrer Seele zu suchen." „Der Pastor L— erzählte mir, daß die Kinder der Juden die protestantischen Schulen besuchen, und ein sehr begabtes Mädchen dieser Familie einst beim Mittagessen den Löffel aus der Hand legte und mit großer Heftigkeit sprach: „Es ist zu schlecht, wie die Juden Jesum behandelt und gekreuzigt haben." „Wir wollten Herrn B— besuchen, aber er war verreist. Madame B— lud mich ein, mich zu setzen. Sie ist aus Basel und kennt H—, daher es leicht war, mit ihr über Religion zu sprechen. Sie zeigte viel Kenntniß des Alten Testaments und versicherte uns, daß ihr Vater nicht wie andere Juden ist; er liest viel, im Alten Testamente und erlaubt auch seinen Kindern zuzuhören. Ich sprach von der großen Wichtigkeit, die Schrift auf uns anzuwenden, damit wir zur rechten Selbsterkenntniß gelangen." Sie: — „Ich bin oft mit mir durchaus nicht zufrieden; wenn ich mich des Abends prüfe, so muß ich sagen: heute habe ich wieder dies und jenes gesprochen, was nicht nach dem Geiste der Liebe ist. (O wie viel wird in Gesellschaften und Kränzchen gesprochen, was nicht recht ist.) Wenn ich einer frommen Person begegne , die ich kenne, dann fühle ich in meinem Gewissen, daß ich noch nicht bin, was ich sein sollte." „Ich sprach dann von den Mitteln, durch die wir mit Gott versöhnt und gerechtfertigt werden können." „Sie: — Hierin, daß der Messias bereits gekommen ist, kann