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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 11-12 (1854) · page 32

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Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
11-12 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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ISS welcher jetzt verachtet ist, bald erhöhet, erhaben und sehr hoch werden möge; und damit der, welcher weise handeln soll, viele Völker strafen und besprengen möge;" also gerade in den Worten, wie sie Jesaia SS und SS zu lesen stnd. Jeder Jude, der gewohnt ist, diese Gebete zu lesen und hebräisch versteht, muß die Wichtigkeit derselben kennen, und doch wie befremdend, daß sie im Streite verleitet werden, das zu leugnen, was sie in ihren Gebeten zu Gott zugeben." „Während der Osterfeiertage kam ich auch mit einigen polnischen Juden zusammen; unter ihnen war ein junger Mann aus M—, welcher mir einen hebräischen Brief von dem ersten Rabbi dieses Ortes zeigte, worin der junge Mann ermahnt wurde, auf seiner Hut zu sein, und sich nicht in Verbindungen mit den deutschen Ungläubigen zu verwickeln, noch mit den Missionaren irgend eine Bekanntschaft zu machen, — jenen Epikuräern, welche zu gut die Kunst verstehen, den Sinn der Schrift zu verkehren und die Juden von dem Gesetze zu der Lehre Jesu von Nazareth zu verführen." „Als ich den jungen Mann um die Ursache fragte, warum der Rabbi so besorgt um ihn sei, erhielt ich zur Antwort: „Weil mehrere junge Männer aus den achtbarsten jüdischen Familien zum Christenthume übergetreten stnd, unter denen auch der Sohn des früheren Rabbis dieses Ortes ist; und da er weiß, daß daselbst viele junge Leute stnd, welche das Neue Testament und andere christliche Schriften lesen, die sie von den Missionaren erhalten haben, und einige sogar bemerkt worden sind, daß ste diese Bücher in der Synagoge lesen, so ist man darüber sehr beunruhigt, und darum auch besorgt, alles zu thun, was in eines Menschen Krästen-steht, ihre Verbindung mit den Missionaren zu verhindern." Der jungeMann scheint jedoch den Ermahnungsbrief des Rabbis wenig zu beachten, denn er kommt fast täglich zu mir und liest sowohl das Neue Testament, als auch andere unserer Bücher mit großem Vergnügen. Er sagte mir auch, daß der größte Theil der jüdischen Jugend dem Christenthum sehr geneigt ist, und es würden viele von ihnen Christen werden, wenn ihre Eltern nicht wären; und daß sowohl er, als seine jüdischen Freunde es für sehr unrecht hielten, von Seiten der Rabbinen und ihrer Eltern, daß sie diese jungen Männer zwingen, in Sachen der Religion gegen ihr Gewissen zu handeln. Ich freute mich, aus dieser Unterhaltung zu entnehmen, daß unter der jüdischen Jugend in der That ein Hunger und Durst nach geistlichen Segnungen vorhanden ist, und wir zu der Hoffnung ermuthigt werden, daß der Saame, den wir ausstreuen, unter dem Segen und mit Hülfe Gottes auf guten Boden fällt." Dies Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heftchen. zusammen 12 bis 14 Bogen. Preis für den Jahrgang 10 Sgr. In Commisston: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch & Comp, in Breslau.

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