Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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182 so wurde er mit militärischen Ehren begraben, als Zugabe der Ehrenbezeugungen, welche ihm seine Glaubensgenossen erwiesen. Den Zug eröffnete das Militair-Commando, welches Trauer-Melodieen spielte. Dann folgten vier Juden, ein schwarzes Leichentuch an seinen vier Zipfeln tragend, auf welches die Worte gemalt waren: mtf? cn^’n (die geboren sind, müssen sterben). Diesen folgten wieder viele europäische Juden im schwarzen Anzuge, welche brennende Lichter trugen; nach diesen kamen die Janitscharen verschiedener Consuln mit ihren silbernen Stäben; ihnen folgten zwei Juden, welche große brennende Wachskerzen mit schwarzem Flor umhüllt trugen. Dann kam der hiesige Oberrabbi, der majestätisch, obschon mit gesenktem Haupte, cinherschritt. Hinter ihm folgte der Leichenwagen, auf welchem der schwarze Sarg stand, von zwei schwarzen Pferden gezogen. Zuletzt kamen die eingebornen Juden, an welchen man kein anderes Zeichen der Trauer bemerkte, als das, welches aus einem betrübten und gebrochenem Herzen kommt — Thränen auf ihren Wangen. Eine große Menge Wagen der reichsten Juden beschlossen den Zug, der an beiden Seiten von Reihen Soldaten mit gesenktem Gewehre begleitet wurde. Der Zug ging nach der dem Propheten Elias geweihten Synagoge, welche außerhalb der Stadt steht, nahe bei Cleopatras Nadel." „Als man in den Hof der Synagoge trat, fingen die Juden an, den 91. Psalm zu singen. Der Sarg wurde vor die heilige Dieben und Mördern, Ihre Streitigkeiten wurden nur von dem Divan beigelegt, zu welchem beide Theile ihre Zuflucht nahmen. Demgemäß find Einfluß und Interesse statt Frömmigkeit und Geist die Stufen, auf denen man zur Höhe rabbinischen Stolzes und rabbinischer Ehre in Jerusalem gelangt. Ich habe wohl kaum nöthig, zu erwähnen, daß das Geld, welches die Oberrabbinen bei ihrer Installation ausgeben, bald wieder ersetzt ist, denn fie haben die Verwaltung aller Beiträge, welche von ihren europäischen und afrikanischen Brüdern für die Armen im heiligen Lande eingesandt werden. Es ist eine Thatsache, daß niemals ein Oberrabbi in Jerusalem gestorben ist, der seinen Kindern nicht einen wohlgefüllten Koffer hinterlaffen hätte. Anmerk, des Verfassers.