Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1854-01-01 · 11-12 (1854) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
11-12 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554653-2554660--02165-2558027
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

180 Sünde nicht den ersten Rang unter den vielen Werken der Gerechtigkeit bei den Juden einnehmen." „Ich besuchte mit Herrn Hefter die Karaiten, ich sah D—, ihren Oberrabbi, und hatte ein langes Gespräch mit ihm, in welchem ich mich ernstlich bemühte, ihn und seine Leute davon zu überzeugen, daß sie Sünder sind, ohnerachtet ihrer Verwerfung des Talmuds, worauf sie sich so viel zu Gute thun." „D— sagte, daß sie alles das anerkennen und halten, was wir von der Sünde und'ihrer Versöhnung halten; der Unterschied zwischen uns und ihnen sei nur der, daß wir es bereits als geschehen betrachten, sie aber glauben, daß es erst geschehen werde." „Die Hauptsache bei den Karaiten ist, daß sie meinen, es sei eine völlige Unmöglichkeit, daß der Messias gekommen sein sollte, und ihre Vorfahren, welche Gott fürchteten und die Ueberlieferungen der Pharisäer verwarfen, dieses Ereigniß nicht erkannt haben sollten; eine unbemerkte Erfüllung der Schrift vor den Augen guter Menschen erscheint ihnen als eine Ungereimtheit." Diesem Berichte des Herrn Crawford lassen wir einen Brief von vr. Macgowan folgen, der uns einen Blick in die äußeren Verhältnisse der Juden in Jerusalem thun läßt. Er schreibt: „Die Juden in Jerusalem sind gegenwärtig in großer Aufregung und Verwirrung in Folge des Todes des Chacham Baschi oder Oberrabbiners von Jerusalem. Er starb in Alerandrien, bis wohin er gekommen war auf seiner Reise nach Europa, die er zu dem Zwecke unternommen hatte, Gelder zu sammeln zur Abhülfe der schlechten Financen der Gemeinde in Jerusalem." „Es herrscht unter ihnen die äußerste Verwirrung, die aus Spaltungen und Parteiungen entsprungen ist. Man spricht davon, daß man das Amt eines Oberrabbi ganz beseitigen und dafür einen oder zwei Lnien-Agenten oder Verwalter der Angelegenheiten der Gemeinde einsetzen will. Aber vbschon der Rabbinismuö in Jerusalem mit schnellen Schritten seinem Verfalle entgegen geht, so kann ich doch kaum glauben, daß die Juden daselbst für eine so große Veränderung vorbereitet sind. Es ist wahrscheinlich, daß zwischen der alten Schule talmudischer Juden und den Liberalen, welche ganz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.