Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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war; aber diese Nachsicht hilft nur im geringen Maße dem Elende und der Noth so vieler Tausenden ab. In der That hat das Kriegsgetümmel viele Theile der Hauptstadt mit der Klage der Noch und der Qual des Mangels erfüllt; und der Missionar, sobald er die trübe Gegenwart betrachtet und auf die traurigen Aussichten der Zukunft hinblickt, kann nur dem königlichen Sänger nachsprechen: „Herr, du bist gerecht, und alle deine Gerichte sind recht." So weit Herr Stern; wir lassen nun einen Auszug aus dem Tagebuche des Herrn Prediger Crawford in Jerusalem folgen. Er schreibt: „Da einige Juden in dem Hause eines Rabbis fanden, daß wir Hebräisch sprachen, sagte einer von ihnen, daß derjenige, der nicht Hebräisch verstehe, kein Mensch sei." Herr Hefter fragte warum? A. — „Weil die hebräische Sprache die heilige Sprache ist." H. — „Warum ist sie heiliger, als andere Sprachen?" A. — „Weil sie die Sprache der Schrift ist und die, in welcher Gott selbst mit dem Menschen geredet hat." H. — „Das sind gute Gründe; aber nehmen wir an, es wäre Jemand, der die Schrift nur in der deutschen, englischen, oder einer andern Sprache verstände, aber das Wort Gottes fürchtete und ihm gehorchte, würde der nicht viel mehr verdienen, ein Mensch genannt zu werden, als ein anderer, welcher die Gebote Gottes in der hebräischen Sprache gar wohl verstände, aber ein Vergnügen daran fände, sie zu brechen?" „Der Jude gab zu, daß der Ungelehrte in diesem Falle der bessere sein würde." „Dieser Jude ist einer von den am besten unterrichteten und zugleich ernsten Juden, mit denen ich bisher in Jerusalem zusammengekommen bin. Er sprach von den Bewegungen in China, als einer sehr wichtigen Erscheinung, und schrieb sie der Auffindung des Gesetzes zu von Seiten der Insurgenten, daß sie den Frevel des Götzendienstes lehrte. Unter andern erzählte er mir, daß er die Geschichte eines Papstes von Rom gelesen habe, welcher die Vernichtung aller Juden in dieser Stadt beschlossen hatte, weil sie die