Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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einige schwierige Stellen fanden, baten sie um Erlaubniß, einen ihrer gelehrten Freunde zu rufen. Dieses Individuum erklärte sofort das Buch für unerlaubt. Als ich ihn fragte, ob er es gelesen hätte, antwortete er: „Gott bewahre mich! aber ich habe genug davon gehört." „Sie sind ein Chacham," sagte ich. „Warum?" entgegnete er. „Weil, wenn sie keiner wären, Sie nicht auf ihr eigenes Urtheil verzichten und sich zum Echo Anderer machen würden, was die Praxis aller eurer Weisen ist." „Aber warum," seufzte er, „beunruhigen Sie uns mit Ihren neuen Lehren? Wir waren in unserm Glauben zufrieden und glücklich, bis vor kurzer Zeit, wo die Protestanten anfingen, uns zu beunruhigen und anzugreifen." „Sie irren sich," erwiderte ich, „die Protestanten wünschen nicht, Sie zu beunruhigen und zu betrüben; unser einziger Zweck ist, Ihnen Gutes zu thun, und wenn Sie so lange in Ihrer geistigen Blindheit und geistigen Knechtschaft nicht beunruhigt wurden, so können wir nur bedauern, daß der verfinsternde Einfluß des Vorurtheilö so nachtheilig auf Ihre Wohlfahrt gewirkt haben sollte." „Aber warum," fragte mein Gegner, „wünschen Sie einen Glauben zu verändern, dessen Wahrheit wir nie bezweifelt oder beargwöhnt haben?" „Weil wir eure Seelen lieben, und da wir aus der Schrift wissen, welch' ein schauerliches Urtheil den unbegnadigten und unversöhnten Sünder erwartet, so sind wir ängstlich besorgt, euch zu Christo zu führen, welcher allein fähig und mächtig ist zu helfen." „Dies mäßigte die aufsteigende Wallung seines Aergers, und wir hatten nun eine längere freundliche Unterhaltung." „Innerhalb der letzten Tage ist unser Umgang mit den Juden sehr beschränkt gewesen, da sie alle mit der Zubereitung der Osterkuchen beschäftigt sind, und mit Herbeischaffung des Geldes, um den ungeheuren Preis zahlen zu können, welcher dies Jahr dafür gefordert wird. Die Chachamim haben, in Erwägung der Noch und Armuth, die gerade jetzt vorhanden ist, den Gebrauch des Reißes statt des ungesäuerten Brotes erlaubt, der früher verboten IS