Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554653-2554660--02157-2558019- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
172 noch eine besondere Bedeutung. Das Morgenland, und besonders Palästina ist von jeher der Schauplatz der großen Offenbarungsthatsachen Gottes gewesen, und die Schrift ist Bürge dafür, daß auch der letzte Kampf zwischen dem Reiche des Lichts und dem Reiche der Finsterniß im Morgenlande und namentlich in Palästina ausgefochten werden muß, und das Reich des Lichts oder das Reich Gottes zu seiner Vollendung gelangen und die herrlichsten Siege feiern wird. Darum schon muß jedes Ereigniß im Oriente für den Christen von besonderem Interesse sein, seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und sein Nachdenken und seine Theilnahme erwecken; vorzüglich aber muß das der Fall sein bei so großen, gewaltigen, wunderbaren und von keinem Menschenverstände zu berechnenden Ereignissen, wie wir sie gegenwärtig dort sehen. Wie, muß sich der Christ fragen, kann sich nicht aus gegenwärtigem Kriege der letzte und schwere Kampf zwischen Licht und Finsterniß entwickeln? Sind nicht alle Zeichen da, welche nach dem prophetischen Schriftworte Alten und Neuen Testaments demselben vorausgehen und ihn begleiten sollen? Ist nicht überall Gottlosigkeit und Unglaube, Verfall, ja Verachtung aller Religion, nur Trachten und Streben nach Besitz und Genuß des Irdischen und Vergänglichen, ein Schwelgen in allen Lüsten des Fleisches? Erhebt sich der Mensch nicht über Alles, was Gott und Gottesdienst heißt? Will er nicht mit seiner Weisheit und Kraft, mit seinem Verstände Alles erfassen, thun und ausrichten, ja will er nicht ohne Gott die Welt regieren? Aber thut sich nicht zugleich auch bei ihm kund die größte Rathlosigkeit und Thorheit, ja Verwirrung aller Begriffe des Rechts und der Wahrheit? Kurz, geht es in unfern Tagen nicht zu, wie in den Tagen Noahs? Und hat Gott nicht überdies die Menschheit mit mancherlei Strafgerichten heimgesucht? Und endlich, wird sein Evangelium nicht auf der ganzen Erde gepredigt zu einem Zeugniß über die Geschlechter derselben? So fragt sich der wahre Christ, und weil ihn die Schrift auf die Zeichen der Zeit hinweist, so verfolgt er auch mit der größten Aufmerksamkeit die gegenwärtigen großen und gewaltigen Ereignisse im Oriente, achtet mit allem Fleiße auf den Gang ihrer Entwickelung, und mißt sie an der Nicht-