Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Ob nun dieser Mittheilung irgend eine Thatsache zu Grunde liegt und welche, das wissen wir nicht; wir erinnern uns nicht, in irgend einem andern Blatte etwas darüber gelesen zu haben. Daß sich nun aber die Sache, wenn wirklich etwas Wahres daran sein sollte, nicht so verhält, wie sie hier mitgetheilt wird, das wissen wir gewiß, und das konnte auch Herr vr. Philippsohn wissen, der mit der Mission und mit der Bibelgesellschaft nicht unbekannt ist, oder wenigstens als Gelehrter, Schriftsteller und Redacteur eines „unpartheiischen Organs für alles jüdische Interesse" nicht unbekannt sein sollte. Zunächst trägt der ganze Artikel die Feindseligkeit gegen Mission und Bibelgesellschaft zu deutlich an der Stirn, als daß der Unbefangene nicht wenigstens die Entstellung darin erkennen sollte, wenn er auch ein Factum annähme. Dann verräth der Verfasser seine völlige Unbekanntschaft mit der Bibel- und Missionsgesellschaft, da er beide mit einander vermischt, und von der Bibelgesellschaft einen Missionar angestellt sein läßt. Drittens können die Missionare es auch nicht haben erzwingen wollen, in den jüdischen Synagogen selbst zu predigen, da das ganz gegen den evangelischen Geist und gegen ihre Instruction gewesen wäre, und wenn sie sich des schuldig gemacht hätten, auch von ihren Gesellschaften entweder abberufen, oder wohl gar abgesetzt worden sein würden. Viertens kann in der vorgeblichen „Proclamation" nicht gesagt worden sein, daß die Juden „ ihres Seelenheils wegen zum Protestantismus übergehen" möchten, da, wie jeder protestantische Missionar weiß, nicht der Protestantismus, sondern allein der Glaube an das ewige Wort Gottes und das Verdienst Christi selig macht. Fünftens können auch die türkischen Kausleute nicht bezahlt worden sein, um die Proclamation in ihren Verkaufsläden angcheftet zu lassen, denn dazu wird keine Gesellschaft ihr Geld geben, und die Missionare sind wohl auch meistens in solchen Umständen, daß sie solche Mittel nicht besitzen, abgesehen davon, daß sie solches Handeln für ihres hohen Berufes unwürdig halten müssen. Und nun sechstens gar die ganze folgende saubere Geschichte! Der Missionar mit der Peitsche in der Hand, sie den Juden applicirend, voll Rache schnaubend und Bestrafung fordernd! Wo ist je so Et-