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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 11-12 (1854) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
11-12 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
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167 versucht. Als ihnen dies gewehrt wurde, hefteten sie an alle Straßenecken und sogar an die Thüren der Synagogen Proclamationen, in denen die Juden aufgefordert wurden, ihres Seelenheils wegen zum Protestantismus überzugehen. Die Proclamationen wurden abgerissen, aber stets wieder durch neue ersetzt;, türkische Kaufleute wurden eigens bezahlt, um sie in ihren Verkaufsläden angeheftet zu lassen. Ein über diese Hartnäckigkeit entrüsteter Jude riß einen solchen Ausruf ab, besudelte ihn und warf ihn in das Haus des protestantischen Missionars. Erzürnt rannte dieser mit der Peitsche in der Hand in das Haus des Vorstandes der jüdischen Gemeinde, hieb auf alle dort befindlichen Israeliten zu, begehrte die Bestrafung des Juden und entsendete einen Courier an das englische Konsulat in Jerusalem, von wo ein ganz junger Mensch, ein Dragoman, zur Erhebung des Thatbestandes abgeschickt wurde; dieser bemächtigte sich fünf russischer Juden, die ihm ein Diener des Missionars als die Schuldigen bezeichnete. Er ließ sie von den türkischen Dienern des englischen Consulats durchpeitschen und sodann aus Maulthiere setzen, um sie nach Jerusalem zu transportiren. Sie durften weder Nahrungsmittel, noch ihre Gebetkleider, um die sie änständigst baten, mitnehmen. Sie waren jedoch kaum außerhalb der Stadt, als sie von ihren nacheilenden Verwandten, trotz der Flintenschüsse und Säbelhiebe der Escorte, befreit wurden. Nun ertheilte das britische Consulat in Jerusalem dem Consularagenten in Akri den Befehl, sich nach Saset zu begeben, um die Befreiten sammt den Befreiern festzunehmen. Die diesfällig eingeleitete Untersuchung erwies aber die Unschuld der russischen Juden, und nun sollten einige österreichische festgenommen werden. Das Consulat in Jerusalem verlangte von dem österreichischen Consularagenten in Kassa die Bestrafung der Juden, welche aggressiv gegen die Missionare in Saset zu Werke gegangen sein sollten. Der österreichische Consularagent rief ein Tribunal zusammen, welches das Verlangen des britischen Consulats unstatthaft fand und die protestantischen Missionare in Saset in die Gerichtskosten verurtheilte. Dem weitern Verlaufe dieser Angelegenheit wird noch entgegengesehcn." — -

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