Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554653-2554660--02149-2558011- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
164 fehlt nur das Geld dazu. Es werden jetzt 200 Personen vom englischen Consul beschäftigt, /welcher der Schwiegersohn des vr. M'Caul in London ist, und die englische Mission bezahlt es. So gern arbeiten die Juden! Also hierauf muß Ihre Aufmerksamkeit gerichtet werden, denn da kann Großes geschehen." Die folgende Nr. 43 bringt zunächst den Nekrolog des „Chacham-Baschi (Ober-Rabbiners) der spaniolischen Gemeinde," und diesem schließt sich folgende Notiz an: „Leider! muß ich Ihnen melden, daß der englische Consul die 200 Juden aus der Arbeit entlassen hat, weil die englische Mission für jetzt keine Mittel auszahlt. So sind denn diese 200 Familien erwerblos! O hätten wir doch die Mittel, um Ackerbau hier einzurichten! Um Jaffa wäre es eine Kleinigkeit, daß 10,000 Menschen ihr Brot fänden, wenn Land gepachtet oder gekauft würde." Diese Notizen enthalten Wahres und Falsches. Wahr ist es, daß der englische Consul der Schwiegersohn des Dr. M'Caul ist, und ebenso wahr ist es, daß er eine Menge Juden mit Ackerbau beschäftigt; ob es gerade 200 sind, wollen wir dahingestellt sein lassen. Aber falsch ist es, daß, wie die Berichterstatter sich ausdrücken,, „die englische Mission es bezahlt," und daß der englische Consul die Arbeiter entlassen hat, „weil die englische Mission für jetzt keine Mittel 'auszahlt." In welcher Weise und durch welche Mittel nun der englische Consul Mr. Finn in Besitz des Landes, das er bebauen, und zwar, soviel uns bekannt ist, wohl ausschließlich von Juden bebauen läßt, gekommen ist, ob durch Pacht oder Kauf, ob durch eignes Vermögen oder durch Unterstützung und Beiträge Anderer, das wissen wir nicht, da wir mit seinen Vermögens-Verhältnissen nicht bekannt sind, und wir uns natürlich darum auch nicht bekümmern. Aber das wissen wir gewiß, daß er ein sehr ehrenwerther und frommer Mann, sowie ein großer Freund Israels ist, der in seiner Liebe zu diesem Volke seinen Schwiegervater, dem Herrn vr. M'Caul, wohl nicht viel nachßehen dürste, sowie auch, daß er von vielen Juden in Jerusalem, außerordentlich hochgeachtet wird; und mit eben solcher Gewißheit dürfen wir sagen, daß er die Mittel zur Betreibung des Ackerbaues