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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 9-10 (1854) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
9-10 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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148 ling zu Hause geblieben wäre und seine Verwandten durch ein christliches Lehen zmd durch-Gespräche für Christum zu gewinnen gesucht hätte; darauf aber muß geantwortet werden, das dies durchaus unmöglich war. " In Berditscheff, seinem damaligen Wohnorte, giebt es keine protestantische oder evangelische Kirche, und es wohnen, daselbst 25,600 Juden, die 20 große Synagogen und mehr als 160-Häuser haben, wo sie zum Gebete Zusammenkommen. Sie sind eng mit ein- - ander verbunden und haben in Folge dessen große Wacht. Börling sagt: „Ich wußte sehr wohl/ daß mehrere, welche sich in der Nachbarschast hatten taufen lassen, heimlich ermordet worden waren, mber in solcher Weise, daß die Polizei niemals im Stande war, irgend eine Spur dieser schrecklichen That zu entdecken. Deswegen entschloß ich mich nach Petersburg zu gehen." Herr M. unternahm es, ihm einen Paß zu verschaffen, und gab ihm an verschiedene christliche Freunde Empfehlungsschreiben mit. Aber welchen Plan konnte er entwerfen, seine Heimath zu verlassen? Er wartete einige Zeit, um eine passende Gelegenheit dazu zu finden. Endlich machte sein Vater eine Geschäftsreise, und dies erschien ihm eine günstige Zeit zur Ausführung seines Zweckes. Er ging zu Herrn Moritz und sagte' ihm, daß er entschlossen sei ohne Verzug abzureisen. Als jedoch Herr M. sah, daß er eine kostbare Uhr und eine beträchtliche Summe Geldes bei sich hatte, so rieth er ihm, Alles zu Hause zu lassen, obschon es sein^ rechtmäßiges Eigenthum war, da übelgesinnte Leute .sagen könnten, daß ihm, als einem Juden diese Dinge gegeben worden seien, und daß er sie daher nicht behgltcn haben sollte. Börling befolgte den ihm gegebenen Rath, und Moritz, der ihm den Paß und einige Thaler gab/ empfahl ihn dem Schutze des Allmächtigen. „Es ist unmöglich, „sagk Börling in einem Berichte seiner Reise, der »ach seinem Tode unter seinen Papieren gefunden wurde, „meine Gefühle zu beschreiben, als ich am 24^ August 1822 eine Reise von tausend Meilen ') zu Fuß' antrat. Ich hatte Alles, was meinem Herzen nur theuer war, zurückgelassen, und war im Begriff, in die Kirche Christi zu treten, gegen welche ich früher den größten *) Sind englische gemeint.

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