Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 7-8 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 statt den thätigen Antheil zu nehmen, wie es sich für uns als Christen in der Erfüllung unserer Pflicht geziemt. Und einer, dieser .Fälle ist unsere falsche Anschauung-der wirklichen Lage der ungläubigen Juden. In dieser Hinsicht sind wir in großer Gefahr, aus falscher Liebe .in große Jrrthümer zu verfallen. Wir wissen, daß der Götzendiener sich in einer schrecklichen Gefahr befindet; wir glauben, daß der Römling unter dem Einflüsse eines Seelen verderbenden Systems des Jrrthums steht; aber wenn wir auf den Juden sehen, so sind wir vielleicht geneigt zu sagen: «Nun, bei alle dem betet er doch den wahren Gott an; er betet den Gott Abrahams an, und die Schriften, die er besitzt, sind die von Gott eingegebeuen," Ja wohl, meine Freunde, aber wir müssen uns daran erinnern — ohne über den einzelne» Juden mehr auszusprechen, als wir über, den einzelnen Römling oder den einzelnen Bekenner der unitarischen Ketzerei aussprechen würden — wir müssen daran erinnern, als an ein allgemeines Merkmal, daß der ungläubige Jude in der Lage eines Mannes ist, welcher den alleinigen Heiland der Welt verworfen hat, welcher fest hält an den Propheten, während er sich weigert, den anzuerkennen, von welchem die Propheten reden, und welcher sein Vertrauen auf die Vorbilder und den Schatten setzt, da doch das Gegenbild und das Wesen gekommen ist. Und wenn wir das glauben, was ein Apostel den Juden sagte: „Es giebt in keinem Andern Heil — es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, darin wir sollen selig werden," — wahrlich! dann werden wir alle falsche Liebe von uns hinwegthun; und während wir uns nicht anmaßen werden, den einzelnen Juden zu richten, werden wir anerkennen müssen, daß das Judenthum ein System ist, welches die Seele des gefallenen Menschenkindes nicht selig machen kann. Aber es giebt vielleicht noch einen andern Grund, der einige von uns an der rechten Theilnahme an diesem Werke verhindert; es ist der, daß wir die falsche Meinung in unfern Gemüthern haben, daß das Werk, wenn es gethan wird, direct von der bemerkbaren Zwischenkunft Gottes selbst gethan werden muß. Ich bin vollkommen überzeugt, daß in Bezug auf die große Sammlung Israels, Md in Bezug auf die.Wiederherstellung Israels in das Land der Väter, steht es fest, in; meinem Gemüthe, daß, wenn