Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5-6 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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m seines Glaubens die Freiheit beschränken dürfen, er wird nur darauf zu sehen haben , daß Alles, was ihm selbst schadet, entfernt gehalten werde, so wie, Laß Jedermann die Wahrheit gepredigt werde, damit sie alle zur Erkenntlich derselben gelangen. Thut er das nicht, dann handelt er gegen das Prinzip des Christenthums, er handelt gegen die Liebe, und sein Zweck wird ihm niemals gelingen , denn in der Religion siegt nicht menschliche Macht und Schwert, sondern nur däS Wort der Wahrheit und die Liebe. Doch von dem Allen abgesehen, steht der Emancipation der Juden noch ein Hinderniß entgegen, das in keiner Weise entfernt werden kann; es ist dies der Eid. Worauf und bei wem will denn der Jude seinen Eid leisten, wenn er ein Amt übernimmt? Auf das Gesetz Moses und bei dem Gotte seiner Väter, bei Jehovah? Wie das möglich sein sollte, davon haben wir keinen Begriff, denn wir können uns nicht denken, wie Jemand auf das Gesetz und bei dem Gotte, der es gegeben hat, schwören kann mit der Absicht und dem bestimmten, festen Entschlüsse und Vorsatze eines der heiligsten Gebote, nämlich das dritte, oder nach der Zählung der Juden, das vierte aus den zehn, sein ganzes Leben hindurch zu übertreten, ja nicht blos dies, sondern auch das vorhergehende: „Du sollst den Namen deines Gottes nicht mißbrauchen," und selbst das erste: „Du sollst keine andern Göttern neben mir haben." Das aber thut doch der Jude bei der Uebernahme eines Amtes, indem er da schwört, dasselbe treu zu verwalten, also am Sabbathe ebenso zu arbeiten, wie an jedem andern Tage, d. h. den Sabbath zu brechen, aber nicht ihn zu heiligen, es wäre denn, daß er die Bedingung stellte, den Sabbath feiern zu dürfen und ihn also zu heiligen. In diesem letzteren Falle wäre er nicht nur emancipirt, d. h. den Christen gleichgestellt, sondern er wäre gar sehr bevorzugt und bevorrechtet, indem er dann zwei Feiertage in der Woche hätte, wenn er nicht etwa wünschen .sollte, daß die Christen den Sonntag aufgeben und mit ihm den Sonnabend feiern möchten. Uebertritt der Jude nun aber das Gesetz freiwillig, ungezwungen, ohne Noth, blos aus Eitelkeit, aus Sucht nach Ehre und Ansehen, oder Gewinn und schwört dabei noch auf dasselbe, dann mißbraucht er doch den Namen feines Gottes, ja er erhebt sich über Gott und