Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5-6 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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88 macht sich selbst und seine Vernunft zu Gott und Übertritt also auch das erste Gebot. Sein Eid kann dann aber auch für andere keine Bürgschaft haben, denn wer auf das Gesetz schwört und bei dem, der das Gesetz gegeben hat, mit dem bewußten Vorsatze, eins von den heiligen zehn Geboten zu übertreten und den Namen des Gesetzgebers zu mißbrauchen, giebt der nicht gegründete Veranlassung zu der Annahme, daß er sich ebenso wenig scheuen werde, die übrigen Gesetze zu übertreten, also auch das fünfte, sechste Gebot bis zu den zehnten? Wahrlich, sein Eid ist keine Gewährleistung dafür, daß er es nicht thun werde. Es könnte sich daher auch sehr leicht ereignen, daß ein frommer Christ oder ein frommer Jude, die einem solchen jüdischen Beamten gegenüberstehen, sich weigerten, ihn als ihren Vorgesetzten anzuerkennen, indem sie meinten, ihn nicht anders betrachten zu dürfen, als einen Menschen ohne alle Religion, ja, als einen Spötter und Gotteslästerer, da er auf ein Gesetz geschworen hat, das er nicht glaubt^ und also auch den Namen Jehovahs, des Gesetzgebers, mißbraucht, ohne sich zu fürchten, daß ihn auch die Strafe treffen werde, welche der Herr denen angedroht hat, die seinen Namen mißbrauchen und überhaupt sein Gesetz übertreten. Was wollte dann ein solcher jüdischer Beamter antworten, und was würde und wollte die Behörde thun? Wir wissen es nicht, nur das wissen wir, daß, wenn der Eid so mißbraucht wird, daß dann aller moralischer und sittlicher Grund und Boden unter unfern Füßen weichen muß, und sichrer tiefste Abgrund des Verderbens vor uns austhut. Rein, der Jude als Jude kann nicht emancipirt werden; der Sabbath steht ihm entgegen. Will er aber den Sabbath brechen und ihn zum Werktage machen, so hat er sich damit vom Judenthume losgesagt, ja er hat nach dem Gesetze Gottes das Leben verwirkt, denn der Herr spricht: Lage den Rindern Israels «nd sprich: 'Haltet meinen Labbath, denn derselbeist ein Zeichen zwischen mir und euch, auf eure Rachkommen, daß ihr wisset, daß ich der Herr bin, der euch heiliget. Darum so haltet meinen Labbath, denn er soll euch heilig sein. Wer ihn entheiliget, der soll des Todes sterben. Denn wer eine Rrbeit darinnen thut, des Seele soll avsgerottet werden von feinem Volk. Lechs Tage