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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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86 Einfluß zu gewinne», Luchen, um das Christenthum wieder zur Geltung zu bringen. Werden sie aber zurückgedrängt, so werden sie das als eine Züchtigung vom Herrn annehmen und mit Geduld' und Ergebung in seinen Willen tragen, bis er ihnen-den Sieg verleihen wird; denn siegen wird und muß das Christenthum endlich doch. So lange also der Staat ein christlicher Staat ist, bleibt auch die Emancipation der Juden eine Unmöglichkeit. Hört aber der Staat auf ein christlicher zu sein, so muß sich die Kirche von ihm trennen, ja Kirche und Staat müssen mit einander in Kampf treten; denn die Kirche muß bekennen und zeugen von der ewigen Wahrheit, von Jesu Christo, als dem alleinigen Heilande der Welt. Ein solches Bekenntniß und Zeugniß aber kann ein glaubensloser Staat nicht ertragen, er wird sich entweder diesem Bekenntniß unterwerfen oder feindselig gegen dasselbe auftreten, und sich also in einen antichristischen verwandeln müssen. Wer nun aber in diesem Kampfe den Sieg erringen wird, darüber kann kein Zweifel obwalten, es ist die Kirche, die wahre Kirche Christi. Es mag sein, daß Zeiten kommen, wo es scheint, als müßte sie unterliegen, wie ja solche Zeiten schon oft genug dagewesen sind, und wie sie auch immer wiederkehren werden, aber gerade zu solchen Zeiten thut sich ihre Macht am herrlichsten kund, indem sie dann gerade die herrlichsten Siege erringt. Das kommt daher, weil ihre Waffen nicht fleischlich sind, nicht in Roß und Wagen, nicht in Feuer und Schwert bestehen, sondern im Worte Gottes, im Geist und in der Wahrheit, und also geistlich sind, und dem Haffe Liebe, der Verfolgung Geduld und Langmuth, ja das Gebet für die Feinde um Vergebung ihrer Sünden entgegensetzt; wie es Christus ihr Meister gethan hat, der auch noch am Kreuze für feine Feinde und Mörder bat: „Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." Hieraus ergiebt sich nun aber zugleich, wie ein christlicher Staat gegen die Nicht-Christen und Ungläubigen, von dem Christenthume Abgefallenen zu handeln hat. Er wird niemals verfolgen können, sondern jede Ueberzeugung, jeden Glauben und also auch ihre Gottesdienste dulden müssen, sobald nicht etwas durchaus Unmoralisches oder Staatsgefährliches darin liegt. Er wird auch Niemanden zwingen können, seinen Glauben zu verlassen, oder: ihm wegen

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