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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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8S ihre Macht und Obhut zu bekommen, und die Allgem. Zeitung des Judenthums arbeitet auch seit geraumer Zeit aus aller Macht darauf hin, daß.Mch die Juden nicht, nur Religionsschulen, sondem auch allgemeine Bildungsanstalten gründen möchten, damit sie nicht mehr genöthigt wären , ihre Kinder in christliche Schulen zu schicken. Ob das Judenthum noch so viel Lebenskraft in sich haben wird, das zu zeigen, müssen wir der Zeit überlassen. Wir freuen uns dieser Erscheinungen von ganzem Herzen eben so sehr, wie wir die Schwärmerei für sogenannte Simultan- Schulen vor ungefähr einem Viertel- Jahrhundert beklagten, da wir wohl einsehen, daß solche Schulen nur zu Zerwürfnissen in der Kirche, ja sogar zu Haß und Feindschaft der Confessionen führen müßten. Hieraus erhellt zur Genüge, daß eine Emancipation der Juden für die Schule gar nicht stattfinden kann, und wenn die Religion je so tief sinken sollte, daß sie stattfände, sie sich dann nicht halten kann; das liegt in der Natur der Sache, in dem Verhältnisse der Kirche und Schule zu einander. Wollte man mir erwidern: ja das liegt nur in der Intoleranz, und weil du intolerant bist, kannst du dir freilich die Möglichkeit der Emancipation nicht denken, aber möglich bleibt sie doch, so möchte ich fragen, wer intoleranter ist, ob der, welcher Jemanden aus seinem Hause werfen will, oder sich gleicher Rechte darin anmaßt, oder der, welcher sich vertheidigt und seine Rechte zu behaupten sucht? Niemand wird sich auf die Antwort besinnen. Ihr aber wollt uns das Heiligste nehmen, unfern Glauben, unser Bekenntniß, und wollt uns zwingen zu Euerm Glauben, zu Euerm Bekenntniß, das ist zum Jndifferentismus, zur Bekenntnißlosigkeit, und wenn wir uns vertheidigen und diese Zumuthung von uns zurückweisen, so nennt Ihr unsere Vertheidigung Intoleranz und Euer»; Gewaltangriff Toleranz. Doch Ihr sprecht: womit wollen wir Dir Deinen Glauben nehmen, wir lassen Dir ihn gern, wir wollen nur gleiche Rechte mit Dir in der Schule. Aber Ihr wollt doch, sie soll eine bekenntnißlose sein. Christus aber spricht: „Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himm-

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