Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5-6 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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m entweder zu der einest oder der andern. Ansicht neigen, oder sie würden am Ende gegen'beide sein. Endlich aber würden auch die Kirche und die Synagoge nicht müßige Zuschauerinnen bleiben können, da, wenn irgend noch Leben in ihnen ist, es ihnen doch nimmermehr gleichgültig sein kann, ob ihre jungen Pflanzen, die ihnen, der einen durch die Taufe, der andern durch die BeschNeidung angehören, ihnen erhalten werden, oder nicht. Kirche und Synagoge müßten nothwendig solche religions- und glaubenslose Schulen bekämpfen; thäten 'ste es nicht, dann würden sie nur beweisen, daß sie todt sind und bald in gänzliche Verwesung übergehen müßten, wenn sie nicht wieder zum Leben erwachen. Erringen sie den Sieg nicht, was wird dann, die Folge sein? Unstreitig die, daß sowohl die Kirche, als auch die> Synagoge darauf bedacht sein werden, ihre eigenen Schulen zu gründen; sie müssen das thun um ihrer Selbsterhaltung willen, denn es ist ja wahr, was dev „Berichterstatter von der Warthe" in der „Allgem. Zeitung des Judenthums" sagt: „Wer die Schule besitzt, der hat die Zukunft." Kirche und Schüle sind mit einander aufs engste verbünden; werden sie getrennt, so muß die Kirche nothwendig zu Grunde gehen; sie giebt sich selbst auf. So recht scharf und bestimmt tritt uns das im Judenthum entgegen. Was ist aus der Synagoge, was aus dem talmudischen Judenthume geworden, das seit Jahrhunderten, ja fast seit Jahrtausenden wie ein unerschütterlicher Fels im Meere stand und allen gegen dasselbe schlagenden und tobenden Wellen und Stürmen trotzte, seitdem die Juden ihre Kinder in christliche Schulen schicken. Kaum sind 50 Jahre verflossen, seitdem man damit den Anfang gemacht, und der Talmud hat sein Ansehen und seine Zauberkraft verloren, und das Judenthum kann sich nicht mehr halten. Würde die Kirche die Schule aufgeben, so würde es ihr nicht anders ergehe»; und Gott sei Dank, daß man zur Erkenntniß dieser Wahrheit gekommen ist, wie dies ja genugsam daraus hervorgeht, daß. man die Schulen wieder mit der Kirche enger zu verbinden sucht, und daß man sogar hin und wieder bereits entschieden christliche Gymnasien gegründet hat, die ganz, auf dem Prinzipe der Kirche beruhen. Die römische Kirche hat schon längst darnach gerungen, die Schule ganz unter Dibre Emeth 1851. 8