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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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darnach handeln müssen, er wird also auch die Schüler von seinem Glauben zu überzeugen suchen müssen. Thut er das nicht, so verleugnet er seinen Glauben, er handelt unmoralisch. Ist der Lehrer ein Jude, so wird er ebenfalls nach seinem Glauben handeln, also Christum als einen Betrüger und Gotteslästerer verwerfen, und ihn verabscheuen müssen, und zwar mit Wort und That; thut er das nicht, so handelt auch er unmoralisch. Wollte man aber die Lehrer zwingen, ihren Glauben nur insofern zu bekennen, und Moral nur insoweit zu lehren, als Judenthum und Christenthum miteinander übereinstimmten, so verlangte man eine unmoralische That von ihnen, und kein moralischer Mensch könnte sich dazu verstehen, an einer solchen Schule Lehrer zu sein. Was würde aber auch aus einer solchen Schule werden? Nichts anderes als eine Pflanzstätte der Heuchelei und Unmoralität. Wollte man aber sagen, daß neben den Staatsschulen, oder wie man solche emancipirte Schulen sonst nennen will, noch besondere Religionsschulen errichtet werden mögen, so würde doch damit wahrlich dem Uebel nicht abgeholfen. Das würde doch weder den Christen noch den Juden von seiner Pflicht entbinden, seinen Glauben zu bekennen und die von ihm vorgetragene Moral auf seinem Glauben zu begründen. Würde ihm das nicht gestattet, so würde er auch an einer solchen Schule kein Amt übernehmen können. Es würden demnach an solchen allgemeinen Schulen nur Lehrer angestellt werden können, die weder Juden noch Christen sind. Aber ohne Moral könnten doch auch sie wiederum nicht sein, sie müßten also auch ihre eigene Religion haben. Aber auf welch ein Gebiet der Verwirrung führt uns das erst? Alle, welche nicht die glaubenslose Religion hätten, also alle Juden und Christen, die an ihrem Glauben fest halten, vsären nicht emancipirt, sie wären es wenigstens nicht für die Schule. Dann aber müßten auch beide Schulen mit einander beständig im Kampfe stehen, beide müßten gegen einander polemisiren, und welch eine Wirkung müßte das auf die Schüler haben, welche doch beiden Schulen angehörten? Ferner könnten auch die Eltern dabei unmöglich gleichgültig bleiben, wenn sie sehen, daß die Gewissen ihrer Kinder gänzlich verwirrt werden, und sie würden dann Partei nehmen entweder für diese oder für jene, je nachdem sie sich selbst

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