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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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79 werten: Es ist nichts von dem Allen, sondern es ist das Wissen, wodurch der Schüler zu einem nützlichen und brauchbaren Mitglieds der menschlichen Gesellschaft werden kann, so müssen wir gestehen: das begreifen wir nicht. Wie soll ich mir denn das Nützlich und Brauchbar denken? Etwa wie ein Werkzeug, das der Werkmeister zum Bau einer Maschine braucht, oder den Stoff, das Material, woraus er die einzelnen Theile der Maschine verfertigt? Dann wäre die Schule weiter nichts, als eben eine Maschinenbauanstalt und die menschliche Gesellschaft wäre die Maschine. Dann aber wäre auch der Zweck der Erziehung des Menschen nur die Zeit; ist seine Zeit verflossen, ist er unbrauchbar geworden, dann wird er weg» geworfen, er hat seinen Zweck, sein Ziel erreicht. Aber der Mensch har einen unsterblichen Geist, er ist für die Ewigkeit geschaffen, daher wird auch das höchste Ziel seiner Erziehung die Ewigkeit sein müssen. Eine solche Erziehung aber kann ich mir ohne Moral nicht denken, wie überhaupt die menschliche Gesellschaft nur auf dem Prinzipe der Moral beruht und durch dasselbe bestehen kann. Also Moral würde auf jeden Fall in der Schule gelehrt werden müssen, und wir möchten einmal eine Schule sehen, von der die Moral ausgeschlossen wäre. Jeder denkende Mensch wird sagen, das ist unmöglich, denn die Moral liegt in dem Wesen des Menschen, der Lehrer selbst kann und darf nicht ohne Moral sein. Aber ist denn Moral etwas Anderes, als Religion? Kann es Moral geben ohne Religion? Gewiß nicht. Wie meine Religion ist, so wird auch meine Moral sein. Will man Moral und Religion von einander trennen, so könnte man sagen: Religion ist der Glaube, die innere Ueberzeugung des Menschen, die Moral aber ist die Frucht, die That des Glaubens, diese ist also aus jener hervorgegangen; That und Ueberzeugung, oder Glauben müssen also übereinstimmen. Daher denn auch die Begriffe von der Moral ebenso verschieden sind, wie die Religionen verschieden sind. Ist nun der Lehrer ein Christ, glaubt er also, was das Christenthum lehrt, daß Jesus wahrhaftiger Gott und Mensch ist, und daß in keinem andern Heil ist, und den Menschen unter dem Himmel auch kein anderer Name gegeben, darinnen sie können selig werden, als allein der Name Jesu Christi, so wird er auch das bekennen und

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