Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5-6 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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73 sie wollen nichts als Moral, nebenbei kann dann Jeder noch glauben, was er will. Dringt man nun in solche Juden, welche Jesum als den größten Wohlthäter der Menschheit rühmen, denselben dann auch für den anzuerkennen, wofür er sich ausgegeben, und wofür ihn das Christenthum auch allezeit gehalten und erkannt hat, nämlich für Christum, den verheißenen Messias, den Gottes- und Menschensohn und Heiland der Sünder, so erschrecken wiederum Viele von ihnen vor einem solchen Gedanken und wenden sich mit Abscheu von dem Herrn ab. Wollen sie nun aber in Jesu die Gottheit nicht anerkennen, dann kann er ihnen auch nicht mehr länger ein Gegenstand der Verehrung sein, sondern er muß ihnen ein Gegenstand der Verachtung werden, eben so wie er es dem talmudischen Juden ist; denn ist er nicht eben so wahrhaftiger Gott, wie er wahrer Mensch ist, dann ist er weiter nichts, als ein Betrüger, ja Gotteslästerer, und also auch in der That verabscheuungswürdig. Allein hier tritt ihnen nun das Christenthum, als weltgeschichtliche Thatsache, entgegen und bezeugt ihnen, daß durch die Lehre Jesu, ja durch Jesum selbst die Welt zum großen Theil schon von dem Dienste der stummen Götzen zu dem lebendigen Gott bekehrt worden ist und noch bekehrt wird, daß also auch die Verheißungen der Propheten von dem Messias in ihm und durch ihn erfüllt worden sind und noch täglich erfüllt werden. Gott also hätte durch einen Betrüger und Lästerer seines heiligen Namens das geschehen lassen^ was nach seinen Verheißungen allein durch den Messias geschehen sollte. Wollen sie das nicht zugeben, so müffen sie nvthwendiger Weise ihre Zuflucht zu der pharisäischen Schriftauslegung nehmen und noch viel tiefer in diesen Geist Hineingetrieben und gedrängt werden, als ihre Väter, da die Geschichte von mehr als 1800 Jahren hinter ihnen liegt, mit deren Entwickelung sie gar wohl vertraut sind. Aber auch die Feindschaft gegen den Herrn Jesum und das wahre Christenthum muß bei ihnen in einem weit höheren Grade vorhanden sein und sich in weit boshafterer Weise zeigen, als bei ihren Vätern. Und daß es in der That so ist, davon geben uns die in dem vorhergehenden Artikel besprochenen Kalender hinlängliche Beweise. Wer diese Kalender gelesen und verstanden hat, der wird zugeben müssen, daß der Verfasser dieses Artikels nicht zu viel sagt, '