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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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n die volle und reife Frucht. Blüthe und Frucht aber sind ja nicht sich widersprechende Dinge, sondern die Blüthe trägt die Frucht in sich, und diese entwickelt sich nothwendig und naturgemäß aus jener. Ganz anders verhält es sich nun aber mit dem Christenthume und dem talmudischen oder neueren Judenthume; diese verneinen sich gegenseitig. Was dem einen ein heiliger anbetungswürdiger Gegenstand ist, nämlich unser hochgelobter Herr und Heiland, Jesus Christus, das ist dem andern ein Gegenstand der Schmach und Verachtung, ein Gegenstand des Fluches und fortwährender Verwünschung. Das neuere Judenthum ist aus dem Pharisäismus hervorgegangen, ja es ist der fortgesetzte Pharisäismus, daher kann es auch nicht anders, als die That der Kreuzigung Christi billigen, den Herrn fortwährend als einen Fluch betrachten und verwerfen. Damit wollen wir jedoch nicht sagen, daß seit jener Frevelthat alle Juden gleich tief in jenen pharisäischen Geist versunken gewesen sind und noch darin stecken. Wir wissen es sehr wohl, daß unter dem Volke Israel allezeit ein heiliger Same vorhanden gewesen ist, daß es gar manchen Nathanael, gar manchen Nicodemus, auch gar manchen Saulus unter ihm gegeben hat, und wenn solche treue und aufrichtige Seelen nicht zum Glauben an Jesum, als den Messias, gekommen sind, vielleicht, weil er ihnen niemals recht gepredigt worden ist, so wird sie der Herr einst nach seiner großen Gnade und wunderbaren Barmherzigkeit richten. Was wir sagen wollen, ist vielmehr das , daß die Juden als Volk, also die Masse derselben diesen pharisäischen Geist bewahrt und ihm gehuldigt haben, indem sie den Lehren und Aufsätzen der Pharisäer gefolgt sind. Aber auch hierin hat in neuester Zeit ein großer Umschwung in Israel stattgefunden. In unsem Tagen giebt es gar viele Juden, und an gar manchem Orte mag es die bei weitem größere Mehrzahl sein, welche dem Talmud entsagt haben. Diese nun verachten fast sämmtlich den Herrn Jesum nicht nur nicht, sondern stellen ihn sogar sehr hoch, selbst höher als MoseS, ja verehren ihn als einen Wohlthäter der Menschheit. Wir müssen dies als einen großen Fortschritt anerkennen und sind sogar überzeugt, daß viele von diesen Juden nicht fern vom Reiche Gottes find. Viele andere von ihnen haben gar keine bestimmte Religion,

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