Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2554541-2554653-2554657--02053-2557912
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

TI übertreten wollte. Dazu hat die katholische Geistlichkeit noch ganz andere Macht über die Kirche, als die Rabbinen über die Synagoge. Von Seiten der Freigeister sieht er sich aber der Verachtung und dem Spotte ausgesetzt bei einem Religionswechsel, daher er denn lieber bleibt, was er ist, der sich zu gar keiner Religion bekennt, wie denn in Frankreich und besonders in Belgien Tausende von Juden leben sollen, von denen man nicht weiß, daß sie Juden sind. In Holland aber stehen die Juden noch auf einer viel zu niedrigen Stufe der Bildung, und sind überdies noch allzu sehr unter der Knechtschaft der Rabbinen, als daß sie unbefangen genug wären und die Macht hätten, sich los und frei zu machen. Dies zeigt sich so recht deutlich bei den vorkommenden Uebertritten, die übrigens gar nicht so selten sind, wie man meint. -Es beginnt aber auch dort ein neues und reges Leben unter den Juden, und es wird sich bald zeigen, ob wir recht oder unrecht haben. Allein dessenungeachtet müssen wir die uns gestellte Frage doch ganz entschieden verneinen. Die Unmöglichkeit liegt in der Verschiedenheit der Religion. Zwei Dinge, die einander ausschließen, lassen sich nimmer mit einander vereinen. Judenthum und Christenthum sind nun aber zwei solche Dinge. Wir meinen freilich nicht das biblische, sondern das talmudische Judenthum, wie es sich seit mehr denn I8ÜV Jahren gestaltet hat und noch fortwährend gestaltet. Biblisches Judenthum und Christenthum dagegen müssen vollkommen übereinstimmen; wäre das nicht der Fall, und widersprächen sie sich auch nur in einer einzigen Lehre, so könnte das Christenthum nicht wahr sein, indem es das Alte Testament als göttliche Offenbarung anerkennt und ganz und gar auf demselben beruht. Aber auch das Alte Testament könnte dann nicht wahr und göttlich sein, indem dann so viele bestimmte Weissagungen entweder gar nicht erfüllt worden wären, oder sich in der Lüge und im Betrüge erfüllt hätten, was aber Gottes ganz unwürdig ist. Es wird aber auch Niemand eine einzige Lehre im Christenthum oder im Neuen Testamente nachzuweisen vermögen, welche dem Alten Testamente widerspräche. Der Unterschied zwischen beiden ist nur der: Das Alte ist die Verheißung, das Neue aber dir Erfüllung; das Alte die Knospe und Blüthe, das Neue aber

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.