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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Christ. Wir können uns auch der Ueberzeugung nicht entschlagen, daß, wenn die'Juden emancipirt wären, Uebertritte zum Christenthume bei ihnen, und zwar gerade bei den Gebildeten, weit häufiger Vorkommen würden, als jetzt, ja daß die Emancipation den gänzlichen Fall des Judenthums herbeisühren muß. Denn die Scheidewand, welche zwischen Juden und Christen leider seit Jahrhunderten bestanden hat und noch besteht, müßte dann fallen; die Vorurtheile, die beide Theile gegen einander haben, müßten schwinden, man würde einander gerechter beurtheilen und sich gegenseitig achten lernen. Auch würden Heirathen zwischen Juden und Christen gar nichts Seltnes sein, wobei aber von jüdischer Seite der Uebertritt zum Christenthume immer erfolgen müßte. Was jedoch die Juden am meisten zu diesem Schritte veranlassen würde, ist das Gefühl, das sie bei dem Namen „Jude" empfinden. Dies Gefühl meinen sie loszuwerden, sobald sie nur emancipirt wären und in allen Gesellschaften als ebenbürtig erscheinen dürften. Allein darin täuschen sie sich ganz gewaltig; es würde dann erst in ihnen recht lebendig, ihnen fast unerträglich werden. Es ist dies das Gefühl des Fluches, den ihre Väter bei der Kreuzigung Christi, ihr.es Königs und Heilandes,, über sich und ihre Kinder herabriefen, als sie sprachen: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder." Dies Gefühl kann daher nicht eher von ihnen genommen werden, als bis der Fluch selbst von ihnen genommen ist, und die Hinwegnahme des Fluches kann wiederum nicht eher erfolgen, als bis sie die Sünde ihrer Väter erkennen und sich von ihr lossagen, also den, „den ihre Väter zerstochen haben (Sach. 12,10)," nicht mehr länger als einen „von Gott Geplagten und Gemarterten" (Jes. 53, 4) verwerfen, sondern auf ihn als ihren Heiland sehen, der um ihrer Miffethat willen verwundet und um ihrer Sünden willen zerschlagen ist, auf welchem die Strafe liegt, damit sie und alle Menschen Frieden hätten und durch seine Wunden heil würden." (Jts. 53, 5.) Es unterliegt nun wohl keinem Zweifel, daß Viele selbst dann schon, wenn sie auch noch kein klares Bewußtsein von der Ursache dieses Gefühls hätten, doch keinen Anstand nehmen würden, sich taufen zu lassen, sobald sie nur mit dem Christenthume näher bekannt und von den verkehrten Vorurtheilen, in denen selbst noch gar

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