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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 3-4 (1854) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
3-4 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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63 Juden in dieser großen Stadt entgegen treten, wird das Herz erfreut und erquickt, wenn man steht, daß der Herr selbst in dieser harten und unfruchtbaren Wüste seine Auserwählten hat, welche durch den erneuenden und heiligenden Einfluß des heiligen Geistes gekräftigt werden, zu bekennen, daß Jesus in der That der Christ, der Heiland der Welt ist. Davon durften wir am Sonntage, den 27. November, Zeuge sein, als ich an C.— M.— und seinen beiden Kindern, einem interessanten Knaben von acht, und einem Mädchen von steben Jahren, die heilige Taufe vollzog. M.— hat lange nach der Wahrheit geforscht, aber gleich allen seines Standes, welche den bedeutsamen Namen Chacham (Weise) haben, konnte er sein Gemüth nicht mit der Idee aussöhnen, daß die Protestanten recht, die Juden aber unrecht haben sollten, daß der so hochverehrte Talmud ein menschliches Machwerk, das Evangelium der Christen aber göttliche Offenbarung sein sollte. Tag für Tag kämpfte er, so unangenehme Ueberzeugungen und all seinen Vorurtheilen und Interessen so entgegengesetzte Gefühle auS seinem Herzen zu verbannen. Aber jemehr er sich bemühte, den Wirkungen deS heiligen Geistes und den Vorwürfen seines Gewissen zu widerstehen, desto größer wurde seine'Angst, desto beunruhigender seine Furcht. Wohin er sich nur wandte, Alles war ihm dunkel und drohend. Was soll er thun? Wo soll er die Mittel finden zur Erhaltung seiner selbst und seiner Faimlie? Er muß nun entweder die Ewigkeit für die Zeit und den Himmel für die Erde geben, oder sich mit stiller und duldender Ergebung auf den werfen, welcher gesagt hat: „Fürchte dich nicht, denn ich erlöse dich." Aber wo ist der, welcher jemals einen Blick gethan hat in die herzliche Barmherzigkeit des Heilandes und auf seine eigene Sündhaftigkeit, und „hätte nicht alles für Schaden geachtet gegen die überschwengliche Erkenntniß Jesu Christi?" Welches Herz hat jemals den heilenden Balsam der Erlösung gefühlt, und hätte nicht ausgerufen: „Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel-und Erde; bist du doch allezeit meines Herzens Trost und mein Theil?" Dies war der Fall bei M.—; er hatte viele Anfechtungen und mancherlei innere Kämpfe zu bestehen, aber durch den Glauben an des Lamwes Blut triumphirte er über alle,-,und kam, wie ich hoffe, aus dem Feuer, gleich Silber von Schlacken gereinigt. Sein erster kühner Schritt, den er that, war der, daß er das Banete, das Zeichen der Rabbiner-Würde ablegte und seinen Sohn zu den Missionaren in Unterricht sandte. Dies erregte den Zorn und die Wuth seiner Vorgesetzten, welche ihn sogleich seines Amtes entsetzten und ihn aller Mittel-zu seinem Lebensunterhalte beraubten. Gehaßt und verfolgt, von seinen Freunden verachtet und seinen Verwandten verstoßen, verließ er gebeugt und niedergedrückt seine Vaterstadt, um sein tägliches Brod an einem'Orte zu suchen, wo er keinen

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