Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 3-4 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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m derbtheit zu sehen , in welchen viele Juden beinahe hoffnungslos versunken sind; und doch was kann anders erwartet werden von Sündern, welche von ihrer Jugend an recht absichtlich unterwiesen sind, in der Verwerfung eines Heilandes zu verharren, dessen Gnade allein sowohl von der Macht als auch von der Schuld der Sünde befreien kann. Doch gelingt es der Gnade Gottes von Zeit zu Zeit aus der Masse der Finsterniß und des Verderbens, welche immer noch der Gegenstand Gottes barmherziger Liebe ist, Sünder zu erretten, welche einst unter der Zahl seiner Heiligen in ewiger Herrlichkeit sein werden. So haben wir-'gegenwärtig einige junge Männer im Unterrichte, welche versprechen, lebendige Glieder am Leibe Christi, Gefäße der Barmherzigkeit und vielleicht (Gott gebe es) Segenswerkzeuge zu werden in der Hand ihres Heilandes, seinen Namen zu tragen zu ihren Brüdern nach dem Fleisch und ihn durch ein heiliges Leben zu verherrlichen. Seit meinem letzten Briefe sind durch die heilige Taufe sieben Erwachsene in unsere Kirche ausgenommen worden, von denen zwei zu meinem Bedauern sich nicht gut betragen haben, während ich glaube, daß. die übrigen fünf einigermaßen ihres! Berufes würdiglich wandeln. Wenn wir so ängstlich besorgt wären, die Zahl unserer Proselyten zu vermehren, von welchem Charakter sie auch immer sein mögen, wie man uns bisweilen beschuldigt, so könnten wir sie jährlich zu Dutzenden taufen; aber wir werden mehr und mehr überzeugt, daß, wenn, wir unsere Kirche nicht mit Spreu anfüllen wollen, wir auch die, welche am meisten versprechen, eine längere Zeit der Prüfung unterwerfen müssen, ehe-wir sie in die Kirche aufnehmen. Dazu werden wir aufgefordert, erstens: weil ich fest glaube, daß sie nur dann, wenn sie vor der Taufe geistig lebendig sind, es auch nach derselben bleiben werden; und zweitens: weil die Juden, welche von ihrer Kindheit an gewohnt sind, die Religion als Etwas zu betrachten, welches nur in äußern Gebräuchen besteht, sehr geneigt sind zu meinen, daß, wenn sie nur einmal getauft sind, damit auch Alles abgemacht sei; da, wenn die Taufe | ihnen längere Zeit verweigert wird, diese That ihnen schon fortwährend sagt, daß sie noch nicht sind, was sie sein sollen.; , und sie