Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 3-4 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 werde, daß ich Ursache habe, mich zu freuen, wenn ich in dieser Weift getadelt und verläumdet werde. In dem allgemeinen Charakter der Juden, oder in unfern Beziehungen zu ihnen, giebt es kaum irgend einen neuen Zug, welcher Erwähnung verdiente. Es sind noch viele Juden hier, zu denen wir Zutritt haben; Viele, besonders' aber die Rabbineu, welche noch einen großen Abscheu und Haß sowohl gegen Christum und das Christenthum, als auch gegen die Missionare haben; und doch nehmen im Ganzen die Vorurtheile der Masse nach und nach ab, eine unvollkommene Erkenntniß der Wahrheiten des Christenthums verbreitet sich unbemerkbar, und es ist erstaunend zu bemerken, wie viel Juden es giebt, welche in ihrem Verstände überzeugt zu sein scheinen, daß Jesus der Messias ist, oder wie sie es lieber ausdrücken, daß das Christenthum wenigstens so gut ist, wie das Judenthum; aber die Anhänglichkeit an Verwandte, die Gewohnheit todter Formen und die Liebe zur Sünde verhindern sie daran, rechte Fortschritte zu machen. Wir haben viele dieser Art Monate lang im Unterrichte gehabt ohne irgend einen sichtbaren Nutzen. Bisweilen halten wir es für unsere Pflicht, wenn wir ihre Heuchelei und Gottlosigkeit entdecken, uns ganz und gar von ihnen loszusagen, bisweilen kehren sie selbst zu den Juden zurück, wenn sie sehen, daß sie ihre Lage durch ihre Verbindung mit uns.nicht verbessern, dann und wann gehen sie auch zu den römischen Katholiken in der Hoffnung, einige persönliche Vortheile zu erlangen; aber ich glaube, daß sie bei diesem Wechsel selbst im Irdischen nicht viel gewinnen. Sie bekommen bei ihnen, wie bei uns, so lange Lebensunterhalt und Wohnung, als sie sich ziemlich gut betragen. Das ist das Geringste, was man für sie thun kann, so lange man sie für aufrichtig hält; man muß bedenken, daß sie von dem Augenblicke an, wo es bekannt wird, daß sie nach der Wahrheit des Christenthums forschen, fast alle ohne Ausnahme von Allem so gänzlich entblößt sind, daß sie entweder ernährt werden müssen oder sterben. Durch Hülfe unsers zeitweiligen Umgangs mit verschiedenen Individuen dieser Klasse, haben wir Gelegenheit gehabt, viel tiefer, als je zuvor in den Abgrund von Schlechtigkeit und moralischer Ver-